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Ratingen
Natur erobert die Fußballplätze zurück

Ratingen: Natur erobert die Fußballplätze zurück
An der Friedrich-Mohn-Straße holt sich die Natur langsam aber sicher das zurück, was ihr der Mensch genommen hat. Der alte Platz von Ratingen 04/19 ist mittlerweile fast komplett zugewachsen. Das Gelände gehört einem Privatmann. FOTO: Blazy, Achim (abz)
Ratingen. An der Friedrich-Mohn-Straße wurden auf Asche einst wahre Kämpfe geboten, heute ist dort Wildwuchs angesagt. Von Karl Ritter

Nein, mit dem Dschungelcamp kann man den alten Fußballplatz an der Friedrich-Mohn-Straße in der Innenstadt beim besten Willen nicht vergleichen - auch wenn hier ein paar wilde Büsche und kleine Bäumchen nach und nach die Herrschaft über Strafraum, Mittelkreis und Außenlinien übernehmen. Hier, wo über Jahrzehnte die Fußballer von Ratingen 04/19 ihre Heimat hatten, wo auf der staubigen Asche so mancher Fußballkampf ausgetragen wurde, wo ganze Generationen von Nachwuchskickern den Umgang mit dem runden Leder lernten.

Eine dicke Kette verschließt das Haupttor zu der Anlage, die sich in Privatbesitz befindet. Für die Stadt spielt sie daher keine Rolle mehr: "Der Keramag-Sportpark ist als Ersatz für den alten Platz gebaut worden. Das heißt, er spielt in unseren Planungen keinerlei Rolle mehr. Was damit passiert, ist nun einzig und alleine Sache des Grundstückseigentümers", erklärt Jörg Arndt, Leiter des Sportamtes. Der hatte das Areal einst als Bauland für Einfamilienhäuser verkaufen wollen, die Idee war aber gescheitert. Was nun daraus werden soll, ist unbekannt.

Wie es mit den Sportplätzen Auf der Aue (links) und an der Talstraße weitergeht, hängt auch davon ab, was die Experten im Sportentwicklungsplan vorschlagen. Der erscheint im Sommer. FOTO: Achim Blazy

Ganz anders sieht die Sache bei den beiden städtischen Sportplätzen aus, die an der Talstraße und in Ost Auf der Aue liegen. "Hier wird sich im Sommer heraus kristallisieren, wie wir mit diesen Anlagen umgehen, wenn der Sportentwicklungsplan fertiggestellt ist", erklärt Arndt. Während der kleine Platz nahe der Papiermühle in Ost nahezu sich selbst überlassen und für jedermann frei zugänglich ist, ist der Zugang zur Talstraße mit einem Tor gesichert. Die benachbarte Gebrüder-Grimm-Schule nutzt den Platz für ihre Sportfeste und auch für den Unterricht. Doch die Pläne im Rathaus sehen vor, dass dort ein neues Wohngebiet mit Reihenhäusern entstehen soll. Wie unsere Zeitung berichtete, wehren sich die Anwohner allerdings dagegen. Wie zu erfahren war, ist nun nur noch in der Diskussion, eine Hälfte des Sportplatzes für die Bebauung freizugeben - wenn dann eben nicht der Sportentwicklungsplan ein gegenteiliges Ziel beinhalten sollte. Bliebe noch die fast schon idyllisch gelegene Anlage Auf der Aue. Für Vereinssport wurde sie so gut wie nie benutzt. Einige Monate spielte dort vor rund zehn Jahren der Kreisliga A-Verein United African, den es aber mittlerweile nicht mehr gibt.

Wer die Anlage heute besucht, dem fällt zuerst das mit Graffiti beschmierte Haus mit den Umkleidekabinen auf. Der kleine Parkplatz ist offensichtlich zum Dauerstellplatz für Anhänger geworden. In der hintersten Ecke steht ein Firmenwagen, dessen Insassen gerade Pause machen.

Wie es mit den Sportplätzen Auf der Aue (links) und an der Talstraße weitergeht, hängt auch davon ab, was die Experten im Sportentwicklungsplan vorschlagen. Der erscheint im Sommer. FOTO: Achim Blazy

Auch dieser Platz hat seine besten Tage hinter sich. Löcher in der Asche zeugen davon, dass hier wohl der eine oder andere Vierbeiner schon gegraben hat. Auch die Tore sind längst abmontiert. Ein paar verirrte Kreidemarkierungen sind noch zu sehen. "Der Platz ist weitestgehend sich selbst überlassen. Eine Pflege und Reinigung erfolgt nur noch bei Bedarf, wenn dort Personen waren, die das Gelände vermüllt haben", berichtet der Sportamtsleiter.

Die Talstraße dagegen wird immer noch recht regelmäßig gepflegt - zum Beispiel der Sand in den Sprunggruben gereinigt. "Das liegt einfach daran, dass die Grundschule die Anlage doch recht regelmäßig nutzt", so Arndt. Wie lange das aber noch so bleibt, das weiß derzeit niemand.

Quelle: RP
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