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Hösel
Neubau-Projekt bleibt in der Kritik

Hösel: Neubau-Projekt bleibt in der Kritik
Noch sieht Daniel Müller hinter seinem Garten nur Grün. Bald sollen dort dreistöckige Häuser stehen. FOTO: dietrich janicki
Hösel. Auch die erste offizielle Bürgeranhörung konnte die Gemüter nicht beruhigen, Anwohner sind in Sorge. Von Wolfgang Schneider

Das geplante Neubaugebiet "An der Burg" ist bei den direkten Anliegern auch nach der ersten offiziellen Bürgeranhörung weiter umstritten.

Stadt und Investor stellten die Pläne für die neue Siedlung aus Doppelhaushälften und einem Mehrfamilienhaus ausführlich vor. Auf einen gemeinsamen Nenner mit den von dem Neubau betroffenen Höselern kam man an diesem Abend in der gut besuchten Aula der Wilhelm-Busch-Schule aber nicht. Baudezernent Jochen Kral nutzte die Gelegenheit, um den Standpunkt der Stadt klar zu machen: "Um die Infrastruktur hier am Ort zu erhalten, wird dringend Wohnungsbau für Familien benötigt. Und dieses Areal ist im Stadtteil fast das letzte potenzielle Baugebiet."

Die Warnung des Technischen Beigeordneten dahinter war deutlich: "Je weniger Zuzug in einen Stadtteil, desto eher besteht mittel- und langfristig die Gefahr, dass Schulen und Kindergärten geschlossen werden müssen." Er versuchte aber trotzdem, die Anwohner zu beruhigen: "Wir sind am Anfang des Verfahrens und nehmen ihre Kritikpunkte auf."

Fühlten sich wohl die meisten Bewohner im Saal zumindest bei Kral noch einigermaßen gut aufgehoben, wechselte das Klima, als Investor Daniel Durst kurz über sein Projekt sprach: "Es ist eine an die Umgebung angepasste Bebauung mit einem respektablen Abstand zu den schon bestehenden Häusern." Eine Aussage, für die er bei vielen Zuhörern Kopfschütteln erntete: "Die Häuserwand ist genau drei Meter von meiner Grundstücksgrenze entfernt. Das entspricht den gesetzlichen Regelungen, aber respektabel ist das mit Sicherheit nicht", macht einer seinem Ärger Luft. Die Befürchtungen am Sinkesbruch sind klar artikuliert und waren bei der Versammlung immer wieder zu hören: "Wird so gebaut wie geplant, schauen wir nur noch auf Häuserwände, haben kein Grün mehr."

Das werde letztlich auch den Wiederverkaufswert der alten Immobilien dort stark beeinflussen, sind sie sich einig. Ernst genommen damit dürften sich die meisten zumindest bei Investor und Planer nicht unbedingt gefühlt haben. Denn die pochten vehement darauf, dass sie alle Forderungen des Bezirksausschusses zu dem Neubaugebiet in ihren Planungen berücksichtigt hätten.

"Formal haben Sie Recht, aber es wäre schöner, wenn Sie unsere Bedenken ernster nehmen würden", kritisierten mehrere Betroffenen. Entschieden ist noch nichts, denn bis Ende des Monats können Bedenken gegen die Planungen schriftlich an die Verwaltung gerichtet werden. Danach berät wieder die Politik über eventuelle Nachbesserungen des Investors, bevor es noch eine Bürgeranhörung gibt. Klar wurde jedenfalls eines: Das Neubaugebiet wird wohl kommen, der Investor will dort unbedingt die neue Siedlung errichten.

Quelle: RP
 
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