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Niederberg
Neue Anlaufstelle für 13 Selbsthilfegruppen

Niederberg. Klinikum mietet Etage im Velberter Noldehaus. Von Paul Köhnes

"Es geht uns nicht darum, Patienten zu werben. Sondern darum, den Kümmerern in den Selbsthilfegruppen eine Heimat, eine Anlaufstelle zu bieten. Und deren Mitgliedern auch." So beschreibt Dr. Astrid Gesang, Geschäftsführerin des Klinikums Niederberg, ein Projekt, das mit den Jahren immer mehr gewachsen ist und für das jetzt neue Perspektiven geschaffen wurden: Im Noldehaus, an der Noldestraße 7, gibt es jetzt im zweiten Stock eine Beratungsstelle und einen Treffpunkt für alle, die Selbsthilfegruppen angehören. Der bisher angebotene Raum im Klinikum bleibt zusätzlich erhalten. Aber man wollte eine gut erreichbare Dependance auch mit dem Hintergedanken, dass die Adresse "Klinikum Niederberg" doch eine (unerwünschte) Barriere für Interessenten darstellen könnte.

Wenn auch die Zahlen eine andere Sprache sprechen. Als die Gruppenkoordinatorin Gisela Laab vor sechs Jahren mit der Arbeit begann, gab es gerade mal zwei Gruppen: eine für Patienten, die an Inkontinenz leiden und eine für Brustkrebs-Patientinnen. Inzwischen sind es 13 Gruppen, jede etwa zwischen 15 und 20 Teilnehmern stark. Sie richten sich an Patienten mit unterschiedlichen Krebserkrankungen, aber auch an Menschen, die unter Depressionen oder an Migräne leiden. Hinzu kommt eine Gruppe für pflegende Angehörige.

Gestern, bei der Präsentation der neuen Räume, machte der Velberter Bürgermeister Dirk Lukrafka die Bedeutung der Gruppen deutlich: "Die Trägerstädte des Klinikums können die Leistung solcher Gruppen nicht erbringen. Enorm wichtig sind in diesem Bereich Menschen, die Erfahrungen und Sorgen teilen." Dies gilt insbesondere für Tabuthemen wie Depression oder Inkontinenz. Zum Selbstverständnis der Gruppen gehört, so Gisela Laab, dass Ein- und Ausstieg jederzeit möglich sind, dass es keinerlei Verpflichtungen für die Teilnehmer gibt. "Worum es geht, das ist der geschützte Rahmen." Aber auch die Einbeziehung von hilfreichem Expertenwissen - nicht nur aus der Medizin.

Mit diesem Konzept erreichen die Gruppen mittlerweile Teilnehmer aus dem gesamten Kreis Mettmann und auch darüber hinaus. Und der nächste Schritt ist bereits terminiert. In drei Wochen, am 13. Mai, wird das Klinikum einen Kooperationsvertrag mit dem Kreis Mettmann unterzeichnen. Das ist Voraussetzung für eine Zertifizierung des Hauses als "selbsthilfefreundliches Krankenhaus". Gisela Laab ist dienstags und mittwochs, 11 bis 16 Uhr, in der Beratungsstelle an der Noldestraße 7, in Velbert. Zu erreichen ist sie darüber hinaus unter 0175 7259136 und per Mail: g.laab@klinikum-niederberg.de.

Quelle: RP
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