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Kreis Mettmann
Neue Feuerwehr-Leitstelle wird in Mettmann gebaut

Kreis Mettmann. Wenn im Kreis Mettmann jemand die Notruf-Nummer 112 wählt, muss es schnell gehen. Ob schwerer Verkehrsunfall, ein Brand oder ein naher Verwandter, der mit starken Schmerzen in der Brust zusammengebrochen ist - die Disponenten in der Kreisleitstelle müssen entscheiden, was jetzt zu tun ist. Sie erfragen die wichtigsten Informationen und schicken den Krankenwagen oder einen kompletten Feuerwehr-Zug los. Von Oliver Wiegand

Im Kreisausschuss wurde gestern der Weg frei gemacht für einen Neubau der Kreisleitstelle in Mettmann. Das Grundstück neben der Kreispolizeibehörde in Mettmann ist schon lange frei, nachdem der Versuch, dort ein Finanzamt für den Kreis Mettmann zu bauen, gescheitert ist. In den vergangenen Wochen haben hinter den Kulissen offenbar sogenannte "Interkommunale Arbeitskreise" getagt. "Nicht alle Städte sind mit dem Neubau der Kreisleitstelle einverstanden", sagte Dezernent Nils Hanheide gestern im Kreisausschuss. Doch es sei auch nicht so, dass die überwiegende Mehrheit dagegen sei. Offenbar sind die Gegenargumente aber recht bescheiden. Denn die Stadt Ratingen hatte zwar grundsätzlich Interesse bekundet. Doch für das von den Ratingern vorgeschlagene Grundstück gab es weder Bau- noch Planungsrecht. Ganz abgesehen davon gehörte es auch noch gar nicht der Stadt Ratingen. Velbert hat seine Bewerbung zurückgezogen, nachdem vom Kreis ein "Leistungsverzeichnis" mit allen nötigen Anforderungen ins Haus flatterte.

Die Parteien im Kreistag begrüßten die ins Auge gefasst Lösung mit einem Neubau in Mettmann. "Wir versprechen uns auch Synergieeffekte mit der Polizei", sagte Klaus Müller (FDP). Derzeit hat die Kreisleitstelle ihren Sitz im Gebäude der Feuerwehr Mettmann. Doch das Gebäude muss dringend saniert werden, darüber hinaus hat die Stadt Mettmann schon vor zwei Jahren entschieden, die Kooperation zu beenden.

Dazu kommt: Zuständig ist die Kreisleitstelle nur für sechs der zehn kreisangehörigen Städte, nämlich Heiligenhaus, Mettmann, Wülfrath, Erkrath, Hilden und Ratingen. Die übrigen Städte - Haan, Langenfeld, Monheim am Rhein und Velbert - sind nicht auf die Kreisleitstelle aufgeschaltet. Problem: Der Kreis Mettmann hat es gestern im Ausschuss ganz deutlich formuliert: "Eine Zeitnähe bei der Entsendung von Rettungsmitteln sowie eine gleichmäßige Qualität bei der Notrufabfrage und -bearbeitung kann nicht durchgängig gewährleistet werden." Das hört sich nach nüchternen Verwaltungsdeutsch an - im Einzelfall kann das aber dramatisch werden.

Quelle: RP
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