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Heiligenhaus
Neue Halle für den Flieger-Nachwuchs

Heiligenhaus. Das 200 000 Euro teure Objekt dient der Schülerfluggemeinschaft und als Unterstellmöglichkeit für Flugzeuge. Von Stefan Mülders

Eigentlich ist sie eine Halle, wie es viele gibt: Aus Stahl und Beton, fast 600 Quadratmeter groß und teilweise beheizbar. Doch für den Sportflug Niederberg und die Stadt Heiligenhaus ist sie ein ganz besonderes Objekt, auf das fast zehn Jahre lang hingearbeitet wurde. Denn der Standort auf dem Flugplatz Meiersberg hat durchaus seine Tücken.

"Die baurechtlichen Fragen haben uns sehr lange aufgehalten, aber mit Unterstützung des Bauamtes der Stadt und des Kreises Mettmann konnten wir alle Hürden nehmen", sagt Markus Kroker, der Vorsitzende der Sportflieger. Das Gelände des Flugplatzes ist kein Bauland, was die Situation schon grundsätzlich erschwerte. So mussten zahlreiche umwelttechnische Aspekte berücksichtigt werden.

Durch fehlenden Kanalanschluss war die Entwässerung in den Untergrund zu regeln, außerdem wurden als Ausgleich 2000 Büsche in der näheren Umgebung angepflanzt. Mit Andreas Watty hatte der Verein einen fachkundigen Bauleiter in eigenen Reihen, der das gesamte Projekt betreute.

Notwendig geworden war der Hallen-Neubau durch den Wegfall der Pavillons an der Schulstraße vor neun Jahren. Dort war bis dahin die Schülerfluggemeinschaft der Stadt Heiligenhaus untergebracht. In der Trägerschaft des Immanuel-Kant-Gymnasiums und damit der Stadt als Schulträger werden in dieser Gemeinschaft seit rund 30 Jahren Schüler der weiterführenden Schulen an den Flugsport herangeführt.

"Wir beginnen mit Modellbauprojekten und den dazugehörigen physikalischen Grundlagen", erklärt Kroker. "Ab 14 Jahren können die Schüler in die Ausbildung zur manntragenden Luftfahrt einsteigen." Die Ausbildung führt der Verein ehrenamtlich aus, die Schüler müssen lediglich einen geringen Betrag für die Versicherungen zahlen. Nach dem Wegfall der Pavillons wurden der Schulkeller des IKG und die Räume auf dem Flugplatz Meiersberg provisorisch für die Ausbildung genutzt. Mit der Fertigstellung der neuen Halle, die über einen rund 230 Quadratmeter großen "thermoisolierten" Teil für Schulungen und Wartungsarbeiten verfügt, sind die Möglichkeiten nun endlich optimiert.

"Da wir auf unserem Gelände vermutlich in den nächsten 100 Jahren kein Neubauprojekt mehr starten werden, haben wir uns entschlossen, in die Halle auch eine weitere Unterstellmöglichkeit für Flugzeuge und Anhänger zu integrieren." Dieser Teil ist "kalt" und etwa noch einmal so groß wie der Schulungs- und Wartungsbereich.

Insgesamt kostete der Bau rund 200 000 Euro. "Durch massive Eigenleistungen, die mindestens 25 Prozent ausmachten, konnten wir die Kosten deutlich reduzieren", sagt Markus Kroker. 2010 war Spatenstich für die Halle, seit 2006 hatte man geplant. Zur Eröffnung waren auch Schuldezernent Michael Beck und Bürgermeister Jan Heinisch gekommen. "Was hier seit 30 Jahren erfolgreich geschieht, nämlich die Kooperation mit Schulen, versuchen andere Vereine in der jüngeren Vergangenheit erst aufzuziehen", sagt der. "Wir wissen, dass wir mit dem Flugplatz etwas ganz Besonderes in unserer Stadt haben, das es zu unterstützen gilt. Darum verstehen wir uns als baugenehmigende Behörde als Möglichmacher." Segelfliegen und das Fliegen allgemein bedürften der Nachwuchsförderung, und die Schulpartnerschaft sei einer der besten Wege dazu.

Quelle: RP
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