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Heiligenhaus
Neuer Investor fürs Diakonie-Zentrum

Heiligenhaus: Neuer Investor fürs Diakonie-Zentrum
Jolanta Borysevic, Gerhard Schönborg und Silvia Brockmann (v.l.) von der Diakonie betonen: Es ändern sich nur die Besitzverhältnisse, der Betrieb läuft weiter wie gehabt. FOTO: achim blazy
Heiligenhaus. Das Altenheim an der Schulstraße wechselt den Vermieter. Für Belegschaft und Bewohner soll sich nichts ändern. Von Sandra Kreilmann

Nun ist es offiziell: Das Seniorenheim der Bergischen Diakonie Aprath an der Schulstraße bekommt einen neuen Besitzer: Die Lindhorst-Gruppe übergibt das 2012 eröffnete Haus an die Wirtschaftshaus-Gruppe, die wiederum verkauft einzelne Einheiten an Anleger. "Es ändern sich nur die Besitzverhältnisse", betont Diakonie-Vorstand Gerhard Schönberg, "die Diakonie bleibt weiter Mieter des kompletten Hauses, so wie es ist, und rechnet auch weiterhin so ab, wie bisher."

Auch finanziell werde sich aufgrund des Verkaufs nichts ändern: "Das Altenpflegegesetz NRW regelt sowohl den Investitionskostenanteil als auch den Pflegekostenanteil. Die Mieten sind auf dieser Grundlage hin nach oben hin gedeckelt, deswegen ist hier keine beliebige Steigerung der Kosten möglich", betont Schönberg.

Auch Einziehen können die Anleger aufgrund ihres Kaufes, der auch im Grundbruch vermerkt wird, nicht, eben so wenig bedeute das ein Vorbezugsrecht der Zimmer.

Noch sei der Verkauf nicht notariell bestätigt, die Vermarktung laufe aber bereits. Die Kaufpreise der Pflegeappartements liegen, so der Vermarkter, bei 151.147 bis 342.401 Euro, bei einer Mietrendite von 4,2 Prozent. Eine Anlegergemeinschaft wird dann quasi als Vermieter des Hauses, das 80 Heimpflegeplätze sowie zwölf Wohnungen verwaltet, auftreten, ein Verwalter verteilt die von der Diakonie gezahlte Miete an diese Gemeinschaft.

Der Mietvertrag mit der Diakonie wird noch die nächsten 16 Jahre bestehen - mit Verlängerungsoption. "Wir sind mit dem Standort Schulstraße zufrieden, er ist optimal auf unsere Bedürfnisse ausgelegt. Es sieht sehr gut aus, dass wir verlängern werden."

Nach den ersten Meldungen des Investorenwechsels sei vermehrt die Sorge aufgekommen, dass sich auch im Heimalltag etwas ändern könnte: "Die Angst, dass Bewohner oder Mitarbeiter von heute auf morgen auf der Straße stehen, ist völlig unbegründet. Es wird niemand, weder Bewohner noch Mitarbeiter, auf die Straße gesetzt. Wir möchten die Sorge nehmen, dass sich etwas ändert." In hoher Zahl hatten sich besorgten Nachfragen im Haus gehäuft. Der Heimbeirat ist bereits informiert, zu einer Informationsveranstaltung sind alle Bewohner für den 10. Mai eingeladen. Vergleichbare Investitionsprozedere seien immer gefragter, da sie eine sichere Anlage bedeuten, sagt Schönberg.

Die Diakonie hat bereits ein Haus mit ähnlichem Hintergrund: "Unser Haus in Wülfrath, das Haus Otto-Ohl, ist bereits in gleicher Form veräußert worden. Wir spüren davon nichts", betont auch Bereichsleiterin Sylvia Broeckmann. An der Schulstraße führe der Vermarkter aktuell immer wieder interessierte Anleger durch die Räume. "Jedoch nicht durch die bewohnten Räume. Sie dürfen auch nicht fotografieren. Die Interessenten schauen sich vor allem die Bausubstanz an. Eine der Wohnungen steht aber derzeit für ebensolche Führungen leer", wie Einrichtungsleiterin Jolanta Borysewic erklärt.

Leere Räume zu finden, ist dabei nicht leicht. "Wir haben eine 98-prozentige Auslastung. Das spricht für unseren guten Ruf", freut sich die Leiterin des Hauses, und sie ergänzt: "Die Nachfrage ist auch weiterhin sehr groß, es gibt eine Warteliste."

Quelle: RP
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