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Ratingen
Neues Rathaus ist in 20 Monaten fertig

Neues Rathaus in Ratingen wird gebaut
Neues Rathaus in Ratingen wird gebaut FOTO: Joachim Preuß
Ratingen. Jetzt geht es alles sehr schnell: Spätestens im November beginnt der Rohbau für das neue Ratinger Rathaus an der Minoritenstraße. Von Norbert Kleeberg

Das Areal mitten im Herzen der Stadt ist recht beengt. Doch Bernd Leonhart, Mitglied der Geschäftsleitung der Köster GmbH, kann dieser Umstand nicht eine einzige Schweißperle auf die Stirn treiben. Der Diplom-Ingenieur und Chef der Dortmunder Niederlassung, die das neue Rathaus baut, kennt sich mit Platzproblemen bestens aus. "Wir bauen zurzeit ein Studentenheim in Köln", berichtete er, "da gibt es null Platz drumherum." Die Situation in der hiesigen Innenstadt, so ließ er durchklingen, sei da wesentlich komfortabler.

Gestern gab es einen historisch zu nennenden Termin: Bürgermeister Klaus Konrad Pesch, Thomas Hausmann (DU Diederichs Projektmanagement), Ugur Ceylan vom Technisch-Planerischen Projektmanagement der Stadt und Leonhart stellten die konkreten Umsetzungsschritte vor. Jochen Kral, der Technische Beigeordnete, war wegen einer Erkrankung nicht dabei. Blickt man auf die vergangenen Jahrzehnte, auf zwei Bürgerentscheide und unzählige Diskussionen im Rat, so kommt einem die anstehende Bauphase wie ein kometenhafter Schnelldurchgang vor.

 

Ratingen: Rathaus-Baustelle. Der alte Ratstrakt wird erhalten. Foto: Joachim Preuß #Ratingen #Rathaus - Spherical Image - RICOH THETA

Leonhart kennt die Eckdaten genau: Die Bauzeit betrage knapp 20 Monate, im Juni 2018 werde die neue Verwaltungszentrale fertig sein. Einen zeitlichen Puffer im Falle widriger Umstände beim Wetter hat Köster eingebaut: Es sind rund drei Wochen vorgesehen.

Zurzeit arbeiten zwei Bagger der Firma P & Z auf dem Gelände an der Minoritenstraße. Die Abbruchmaßnahmen sollen bis Ende Oktober abgeschlossen sein, dann geht es an den Rohbau, also im November. Vorher wird die Bodenplatte der Tiefgarage abgetragen, die Kellerkästen im nördlichen Bereich werden verschwinden. Übersetzt bedeutet dies: Bis auf den Westtrakt, der stehen geblieben ist, wird so gut wie alles neu gebaut.

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Die Kosten für das Gesamtprojekt betragen rund 31,7 Millionen Euro. Nach Angaben von Pesch fließen Fördergelder in Höhe von rund 2,9 Millionen Euro.

Ein wichtiger Aspekt war dabei der Baustil der 70er-Jahre, der durch den alten Ratstrakt dokumentiert wird und ein wichtiges Argument bei der Bewilligung von Fördermitteln war. Ratingen als trutzige und eigenständige Stadt - diese Botschaft sollte mit Hilfe dieser Architektur hinterlegt werden. Zwei Kräne werden sich auf der Baustelle drehen, zu Spitzenzeiten werden bis zu 100 Personen auf dem Areal arbeiten. Während der Westtrakt saniert und hergerichtet wird, läuft der Rohbau in den anderen Bereichen. Köster wartet also nicht, bis ein Projektabschnitt beendet ist. "Die einzelnen Maßnahmen laufen parallel ab", erzählte Leonhart, der berichtete, dass Köster den schriftlich fixierten Zuschlag für dieses Projekt am 12. September bekommen habe (die RP berichtete bereits).

Die DU Diederichs Projektmanagement AG und Co. KG mit Sitz in Wuppertal wird darauf achten, dass der Zeit- und Finanzplan eingehalten wird. Dafür sind Vorstand Thomas Hausmann und sein Team verantwortlich. Der Diplom-Ingenieur zeigte sich gestern sehr zuversichtlich, dass alles reibungslos ablaufen wird. Ceylan berichtete, dass die Resonanz der Bürger auf dieses Projekt in der Vergangenheit deutlich abgenommen habe. Es gebe noch Kritik an einigen, aber eher nebensächlichen Punkten. Offenbar warte man darauf, dass es mit den Bauarbeiten endlich losgeht.

Quelle: RP
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