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Ratingen
Noch mehr Grünzeug wäre prima

Ratingen: Noch mehr Grünzeug wäre prima
Das schmeckt in der Mittagspause (von links): Maria, Celine, Anastasia und vorne: Leandro und Luan sind nicht nur Testesser. FOTO: RP-Foto. A. Blazy
Ratingen. Gesunde Ernährung ist ein ausbaufähiger Aspekt im Konzept der Friedrich-Ebert-Schule. Der Mensa-Check beweist das. Von Valeska von Dolega

Im Großen und Ganzen sind Anastasia, Celine, Luan (alle 10) und Leonardo (11) "zufrieden mit dem Mittagsangebot. Oft pickt man sich die Sache heraus, die man mag und lässt weg, was einem nicht schmeckt", bringt Maria (9) das Bestellkonzept an der Mensa-Ausgabe auf den Punkt.

Nudeln gibt es grundsätzlich, und zwar immer mit verschiedenen Saucen, sagt Michael Schriefers. Er ist der Betreiber der Mensa in der Friedrich-Ebert-Schule (FES), die von der Firma Thomas Poensgen, die auch die Schulmensabesucher der Martin-Luther-King-Schule in Weste sowie die Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiasten bekocht, beliefert wird. Denn Nudeln entsprechen nun mal dem Geschmack, anders als Kartoffeln. "Immer mal" ist etwas Vegetarisches dabei, das Salatbuffet steht täglich bereit. "Das Beste ist der Nachschlag", beschreibt Maria nicht ihr Lieblingsgericht, das wäre nämlich Hühnerfrikassee, sondern die "Nettigkeit der Frauen an der Essensausgabe". Auch, wenn es um die Wahl des Joghurts geht, "kann man immer sagen, welche Geschmacksrichtung man gerne isst", ergänzt Leonardo.

Montags bis Donnerstag, freitags bleibt die Küche kalt, sind die Kinder Stammkunden. Ein exemplarischer Wochenplan liest sich so: Mal gibt es Geflügelhacksteak mit Möhrengemüse, dann Hähnchenbrustfilet in Zwiebelrahm mit Reis, zur Gulaschsuppe wird Brötchen angeboten und zur Wurstpfanne Reis. "Mehr Bohnen und Würze wären toll", sagt Luan. "Das ist zu Hause besser", aber zu Hause kocht Mama, und die ist Albanerin. Mitspracherecht haben die Kinder keines, ihre Mittagspause verbringen die etwa 480 Schüler, die die FES momentan zählt, in zwei Schichten in ihrer Kantine, wie Direktorin Angelika Melzer erklärt. "Pro Schicht können etwa 250 Gäste essen."

Seit fünf Jahren gibt es die Mensa. Denn seit mehr als sechs Jahren ist die FES eine Ganztagsschule. Also wurde das Mensagebäude errichtet, im Erdgeschoss wird gegessen, das Areal darüber ist zu zwei Lese- und zwei Spieleräumen sowie einem Ruheraum ausgebaut worden. "Im ersten Jahr, als wir mit dem Ganztag anfingen, waren wir ein Jahrgang mit etwa 90 Schülern." Damals ging es mittags mangels Alternativen über den Stadionring Richtung spanisches Lokal. "Mit dem zweiten Jahrgang wurde das dann schon schwieriger", dann aber war die farbenfrohe Mensa, die mit verschiedenen Sitzelementen und weiten Fensterfronten eine modern gestaltete Schulkantine ist, auch fertig.

Etwa 20 Prozent der Schüler nutzen dieses Angebot täglich, schätzt Angelika Melzer. Anteilig sind es mehr jüngere als ältere Schüler. Dürfte die Direktorin bestimmen, würden stark zuckerhaltige Softdrinks ebenso wie die knisternd verpackten Süßigkeiten aus den Regalen verschwinden. "Und es noch mehr Gesundes geben." Aber auch die Betreiber wollen ihr Geld verdienen und mit Limo und Konsorten ist das gut möglich. "Denn das mögen die Schüler sehr gerne."

Dabei ist ein Baustein im Gesamtkonzept der FES die vernünftige Ernährung. Ab Klasse 5 wird zum Beispiel das Fach Hauswirtschaft unterrichtet. "Wir wollen den Schülern vermitteln, selbst Gutes und Gesundes zu kochen."

Etwa drei Jahrgänge weiter geht es dann für die Größeren auch um Nährwerte und was zuträglich ist. Und natürlich ist nachhaltige Ernährung ein Aspekt des Biologieunterrichts.

Quelle: RP
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