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Kreis Mettmann
Notfallpraxen: Kreis ist machtlos

Kreis Mettmann. Ab dem 1. April gibt es nur noch Praxen in Ratingen, Velbert und Langenfeld. Von Thomas Peter

Die Kreispolitiker sind unzufrieden mit der Schließung der allgemeinärztlichen Notfallpraxen in Hilden und der kinderärztlichen Notfallpraxis in Langenfeld. Die CDU-Fraktion fragte nun im Gesundheitsausschuss, wie der aktuelle Verhandlungsstand sei und in wieweit der Kreis Einfluss nehmen könne. Laut Gesundheitsamtsleiter Rudolf Lange sei für die Anmietung der Räume für Notfallpraxen sowie die Organisation und das Personal ursprünglich der Ärzteverein zuständig gewesen. So konnten allgemeine Notfallpraxen in Ratingen, Velbert, Hilden und Langenfeld, und angeschlossene kinderärztliche Notfallpraxen in Ratingen, Velbert und Langenfeld bereitgestellt werden. Im Sommer 2015 hat jedoch die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KV) verfügt, dass dieses System aufgegeben werden soll. Aufgrund von Miet-Kündigungsfristen bestanden die Notfallpraxen noch bis 31. Januar, seitdem betreiben die Ärzte den Notdienst nach ihrem Organisationsplan in ihren eigenen Praxen.

"Es ist dem Bürger schwer zu kommunizieren, dass er sich jeden Tag neu informieren muss, wer wo gerade Notdienst hat", kritisierte Rudolf Lange im Gesundheitsausschuss. Ab dem 1. April soll es dann nur noch drei Notfallpraxen geben, in Ratingen, Velbert und Langenfeld. Bürger des Südkreises müssen dann nach Langenfeld fahren. Spezielle kinderärztliche Notfallpraxen sind nur noch in Ratingen und Velbert vorhanden, nachdem Langenfeld geschlossen wurde. Gabriele Hruschka, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, kritisierte, dass es keine Transparenz im Verfahren gegeben habe. Dezernentin Ulrike Haase sprach von einer "hochbrisanten Situation". "Warum wurde nicht geredet, keine Fragen beantwortet?", sagte sie in Richtung der KV. Hans-Peter Meuser, Vorsitzender des Ärztevereins Südkreis, hatte das Landesministerium um eine aufsichtsrechtliche Prüfung des Handelns der KV gebeten. Es kam die Antwort, dass das Ministerium dafür keinen Anlass sehe. Rudolf Lange bestätigte: "Wir als Kreis haben keinerlei Einfluss auf die Entscheidungen der KV, und das Ministerium auch nur in geringem Maße". Gabriele Hruschka regte an, ein Schlichtungsgespräch zwischen KV, Ärzteverein und Kreis zu suchen. "Ich wüsste nicht, woher wir die Kompetenzen nehmen sollen, beiden Seiten etwas anzubieten", sagte Ulrike Haase.

Quelle: RP
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