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Heiligenhaus
Notunterkunft wird wieder Sportstätte

Heiligenhaus: Notunterkunft wird wieder Sportstätte
Die Sporthalle Am Sportfeld wurde renoviert und soll nach den Osterferien wieder für Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehen. Das gab Dezernent Michael Beck (vorne) gestern bekannt. FOTO: Dietrich Janicki
Heiligenhaus. Die Sporthalle am Sportfeld wird fit gemacht - doch dabei müssen neue Bestimmungeneingehalten werden. Von Henry Kreilmann

Es riecht nach Farbe, frischem Holz und doch lässt sich auch dieser ganz spezielle Sporthallengeruch nicht ganz wegdenken. Nachdem die Sporthalle am Sportfeld ein Jahr lang an das Land NRW vermietet und zur Notunterkunft für Flüchtlinge umfunktioniert worden war, wird ab Mai dort wieder Sport gemacht.

Die Vorbereitungen dafür laufen beim größten Sportverein der Stadt, der SSVg 09/12 auf Hochtouren. Der Umzug zurück will organisiert werden. "Genau wie unsere Termine sind auch die Gerätschaften und Material auf alle Hallen in der Stadt verteilt", erzählt Vorsitzender Heinz Dedenbach. Als Landesunterkunft standen hier etwa 50 bis 60 Stockbetten. Seit Oktober hat die Stadt wieder die Schlüsselgewalt. Seitdem galt es, die Halle fit zu machen, denn bloßer Rückbau in den alten Zustand reicht hier nicht, "wir müssen die neusten Bau-Bestimmungen einhalten", so Kämmerer und Sozialdezernent Michael Beck.

Er sah sich gestern mit Mitarbeiterinnen des städtischen Immobilienservice und dem Schulamt sowie mit Vertretern der SSVg 09/12 und dem Stadtsportverband die Halle an. "Zu den Bestimmungen zählt zum Beispiel ein Notausgang", sagt Beck. "Der Durchbruch und Einbau der Türe wird noch Mitte April erfolgen, die Tür muss dafür eigens eingepasst werden." Der Boden ist noch der alte, der Prallschutz und die Tore zum Geräteraum sind ebenfalls neu, hier fehlen noch Ersatzteile.

Außerdem werden Wände gestrichen und die Sanitäranlagen hergerichtet. "Wir liegen gut im Zeitplan, ab Anfang Mai wird die Halle wieder bespielbar sein", prognostiziert Beck und fügt an: "Da die Halle ab nächstem Jahr nicht nur für den Breitensport, sondern auch wieder für Schulsport durch die Suitbertus-Schule genutzt wird, war schnell klar, die Halle vernünftig renovieren zu wollen", so Beck. 25.000 Euro steckt die Stadt in die Renovierung. Ein Teil des Betrages wird vom Land getragen. "Wir haben die Halle auf Anfrage des Landes freiwillig vermietet und als Vertragspartner hat man andere Möglichkeiten zu verhandeln", sagt der Kämmerer mit Blick auf die damalige Kontroverse um die Vermietung und auch auf andere Kreisstädte, in denen das anders ausgesehen hat. "Wir können viele Arbeiten durch den Immobilienservice stemmen", fügt Gabriele Jäger an, die derzeit kommissarisch eben jenen Bereich leitet.

Auf die Rückkehr in die alte Heimat freuen sich die Mitglieder des insgesamt 1200 Köpfe starken Sportvereins. "Wir haben etwa 50 bis 60 Mitglieder verloren. Das war abzusehen, nicht jeder hat die Möglichkeiten, beispielsweise in die Halle nach Isenbügel zu fahren, wir sind aber zuversichtlich, sie zurückzugewinnen", sagt Heinz Dedenbach.

Bernhard Grote vom Stadtsportverband freut sich auch: "Auch die anderen Vereine haben geholfen, trotzdem ist es gut, dass in den anderen Hallen, die terminliche Enge wieder entzerrt werden kann." Er erinnert sich an die kontrovers diskutierte Vermietung der Sportfeld-Halle: Trotzdem habe man vernünftige Lösungen gefunden und zusammen gearbeitet. Porzellan sei dabei nicht zerschlagen worden.

Quelle: RP
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