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Ratingen
Nur zum Druntertragen oft zu schade

Ratingen. RP-Serie: "Echt schön". Heute geht es um Dessous. Von Valeska von Dolega

Was früher schlicht Unterwäsche genannt wurde, erfüllt als weibliche Dessous die gleichen Ansprüche. Sie sollen die Figur betonen, eventuelle Pölsterchen bedecken - und vor allem die passende Größe haben. In besonderem Maße gilt das für BHs. Jede Frau träumt hier von dem filmreifen Modell, dass die körpereigenen Vorzüge optimiert und in Szene setzt, sich dabei aber weder abzeichnet noch sonstwie sichtbar ist. Die Illustrierten mit Fotos prominenter Schönheiten sind voll davon.

Was das Geheimnis eines solchen Kurvenzauberers ist, weiß Beate Weiner: "Ein wirklich sitzender, also auf die Körperform abgepasster BH. Der Umfang muss eng und die Cup-Größe ruhig ein bisschen größer sein." Womit die Fachfrau aus dem Wäsche- und Bademodengeschäft an der Wallstraße ein Grundproblem anspricht: die wirklich stimmende Größe. "Deshalb ist es wichtig, die Modelle anzuprobieren." Ähnlich wie bei Jeans träumen sich nicht bloß Teenager in eine kleinere Größe. Dabei liegt die geschätzte Durchschnittsgröße der Ratingerin nach ihrer Erfahrung eher bei 85C als jungmädchenhaften 70B. Anstatt einen BH mit hohem Tragekomfort zu wählen, kaufen viele Frauen einfach die günstigen Varianten der Modeketten. Die sehen oft toll aus, geben aber in den größeren Größen bloß ungenügenden Halt.

Wie auch Kollegin Regina Gropp aus dem Wäschefachgeschäft an der Bechemer Straße weiß, sind Wohlfühlfaktor und Komfort oft deshalb nicht gegeben, weil das Traumdessous schlicht nicht passt. Der BH darf nicht einschneiden, muss die Brust gut umschließen, die Bügel dürfen nie drücken - das kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken - und die Büste muss gehalten werden, fasst sie zusammen.

Damit der BH zum Beispiel nicht schlaff zwischen den Schulterblättern schlackert oder die Körbchen einschnüren, greifen beide Fachfrauen beherzt zum Zentimeterband. Schließlich soll das sogenannte Unterband den Busen dort halten, wo er hingehört. Das Verfahren sollte auch deshalb genutzt werden, weil die BH-Größe sich im Laufe eines Lebens verändert, die wenigsten Frauen bleiben bei Kate-Moss-Maßen. Da sind die beiden Wäschespezialistinnen auch mal als Seelentrösterinnen mit psychologischem Fingerspitzengefühl gefragt. "Letztlich", sind sich beide einig, "ist es immer der Kundenwunsch, der maßgeblich ist." Das Schönste ist die Frau, die zufrieden mit ihrem neuen Lieblingsstück hinausgeht. Und das Lieblingsstück gerne trägt. "Immer mehr Mut zur Farbe", stellt Beate Weiner bei ihrer Klientel fest. Und diese modischen Accessoires sind fast zu schade, um von Shirts und Blusen verborgen zu werden. Je nachdem, wie sexy und mutig die Trägerin sich fühlt, darf da schon ein bisschen vom Textil vorblitzen.

Und weil ein solch gutes Stück, anders als das Teilchen von der Stange, seinen Preis hat, sollte es richtig gepflegt werden. "Wer richtig lange von seiner feinen Wäsche etwas haben möchte, packt BHs nicht in die Waschmaschine", sagt Regina Gropp. Die Trommel zerstört nicht nur die Körbchen und dehnt die Träger aus. Je nach Gradzahl wird auch die Elastizität angegriffen. Ihre Empfehlung lautet Handwäsche mit einem Feinwaschmittel. Fehlt dazu die Zeit, empfiehlt sie, den BH in einem Wäschesack per Schonwaschgang bei kalter Temperatur in der Maschine zu reinigen und danach auszulegen.

Ein weiteres Seufzerthema sind passende Höschen. Auch da lohnt es sich, in Ruhe zu gucken, anzuprobieren und die Beratung zu nutzen, fassen es die beiden Fachfrauen zusammen.

Quelle: RP
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