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Ratingen
Orgelwelten diesmal mit "artist in residence"

Düsseldorf. Sein Gesicht strahlt Ruhe, Kraft und Klugheit aus, aber unter der Oberfläche spürt man das Feuer des Vollblutmusikers. Giampaolo Di Rosa ist der erste "artist in residence" der Ratinger Orgelwelten und tritt an diesem Wochenende zum ersten Mal in der neuen Konzertsaison an die Öffentlichkeit. Nach der Aufführung von Bachs Goldbergvariationen vor Mitgliedern des Fördervereins Musica sacra können alle Interessenten ihn am Samstag, 13. März, um 12 Uhr auf der Orgelempore von St. Peter und Paul näher kennenlernen. Von Gisela Schöttler

Kantor und künstlerischer Leiter der Orgelwelten, Ansgar Wallenhorst, stellt mit Di Rosa zum Auftakt des Jahresthemas "Sternstunden und Aufbrüche" einen guten Freund vor. Der Italiener gab in Ratingen bereits im Mai 2007 ein vielbeachtetes Konzert, feierte Wallenhorsts 40. Geburtstag mit und führt mit ihm im "Orgelpark Amsterdam" ein Improvisationsprogramm durch. Auslöser des Kontaktes war der gemeinsame Lehrer Professor Günther Kaunzinger in Würzburg.

Orgelimprovisation ist eine Leidenschaft des dunkeläugigen Gastes mit den halblangen braunen Haaren, die andere ist die Komposition. So wird das Jahr der künstlerischen Begegnung 2011 mit einer Auftragskomposition für das Ratinger Orgelbuch enden. Es soll eine Pfingstmesse werden. Aber schon in diesem Frühjahr dürfen sich die Kirchenmusikfreunde vor Ort auf eine Erstaufführung freuen: Giampaolo Di Rosa schrieb "Colori", ein Werk voller Wechselwirkungen für Klavier und Orgel, das in Rom zum Dreifaltigkeitssonntag uraufgeführt wird und am 19. Juni dann in Ratingen zu hören ist. Am Flügel sitzt der Komponist, die Orgel spielt hier wie in Rom Ansgar Wallenhorst.

An der Nationalen portugiesischen Kirche Roms, wo er seit anderthalb Jahren Titularorganist ist, startete Di Rosa ein unglaubliches Arbeitspensum. An mindestens drei Sonntagen im Monat gibt er ein einstündiges Konzert. Seit er mit der Vorstellung von Bachs Gesamtwerk begann, sind in der Kirche selbst die Stehplätze knapp. Gleichzeitig ist er Titularorganist in anderen Städten, Professor an der Universität Porto (in Portugal wurde er auch promoviert), Leiter von internationalen Orgelfestivals in Italien, Deutschland und Portugal, um nur einige Aufgaben zu nennen. So verwundert es nicht, dass er sechs Sprachen spricht. Aufhebens macht der 38-Jährige von sich jedoch nicht. Seine Persönlichkeit erschließt sich über die Musik. Man darf gespannt darauf sein.

Quelle: RP
 
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