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Ratingen/Beelitz
Partner feiern großes Doppel-Jubiläum

Ratingen/Beelitz: Partner feiern großes Doppel-Jubiläum
Pfarrer Olaf Prelwitz aus Beelitz (links) und Pfarrer Stephan Weimann (rechts) griffen zum Spaten. FOTO: rpivat
Ratingen/Beelitz. Vor 25 Jahren wurde die Jumelage mit Beelitz besiegelt. Die evangelische Kirchengemeinde pflegt seit 66 Jahren diese Freundschaft. Von Joachim Preuss

Doppeljubiläum in Sachen Partenschaft mit Beelitz: Vor 25 Jahren haben die Stadt Ratingen und die brandenburgische Stadt Beelitz ihre Städtepartnerschaft besiegelt. Anlässlich dieses Jubiläums findet am heutigen Samstag, 18 Uhr, im Lesecafé des Medienzentrums, Peter-Brüning-Platz 3, eine Feierstunde statt, zu der Bürgermeister Klaus Pesch alle Bürger einlädt. Und in der evangelischen Kirchengemeinde blickt man bereits auf 66 Jahre Partnerschaft zurück.

Die Vereinbarung der Städtepartnerschaft wurde von dem damaligen Ratinger Bürgermeister Hugo Schlimm unterschrieben. Bis dahin war es aber ein weiter Weg. Denn schon zur DDR-Zeiten hatte es immer wieder Bemühungen gegeben, mit Beelitz eine offizielle Partnerschaft einzugehen. Doch den DDR-Offiziellen waren solche "Westkontakte" suspekt.

Die SPD-Fraktion hatte schon 1986 den Antrag gestellt, eine solche Verbindung einzugehen. Antwort kam von der Ständigen Vertretung der DDR: Es gebe zwar Kontakte zu anderen Staaten, und diese "Beziehungen unterstützen die Politik der Deutschen demokratischen Republik für die Festigung des Friedens und der Völkerverständigung". Doch "in Bezug auf beide deutsche Staaten müssen wir jedoch feststellen, dass in ihren Beziehungen noch die Voraussetzungen fehlen, um in breitem Rahmen Städtepartnerschaften herzustellen und zu pflegen". Ein weiterer Vorstoß der SPD scheiterte ein Jahr später ebenso furios an der Ständigen Vertretung.

1989 hatte sich das alles erledigt. SPD und CDU sahen endlich Land, im Gespräch waren auch Jena und Nordhausen als Partnerstadt. Doch Jena setzte auf Erlangen, alles war wieder offen.

Pfarrer Bruch von der evangelischen Kirchengemeinde informierte den damaligen Stadtdirektor Horst Blechschmidt über die Kirchen-Kontakte: Der Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann war seit 1949 mit Beelitz befreundet, die evangelische Gemeinde Ratingen mit St. Marien in Beelitz. Dort wurde die Restaurierung der Marienkirche unterstützt.

Dann kam Druck "von oben", die Ereignisse überschlugen sich: Der NRW-Städte- und Gemeindebund bat um Aufbauhilfe. Im März 1990 machten Bürgermeister Hugo Schlimm, der Erste stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Diedrich und Beigeordneter Friedhelm Voßen eine Erkundungstour nach Beelitz. "Drüben" nahm Thomas Wardin teil, der später Bürgermeister in Beelitz werden sollte. Nach diesen ersten freien Wahlen wurde die Partnerschaft beschlossen.

In Ratingen wurde die gesamte Verwaltung zusammengetrommelt: Es wurden Mitarbeiter für die Hilfe in Beelitz gesucht. Im Jahre 1991 arbeiteten zeitweilig fast 20 Bedienstete des Ratinger Rathauses in der Partnerstadt. Edzard Traumann, bis 2002 Erster Beigeordneter in Ratingen, erinnert sich: "Wir waren mit einem Team von mehreren Kollegen aus der Stadtverwaltung in Beelitz." Man habe dort "Aufbauarbeit" geleistet. "Wir waren privat untergebracht. Man hat uns sehr freundlich empfangen", sagte Traumann.

Mit im Boot waren in der Folgezeit auch die Stadtwerke, die Wohnungsbaugenossenschaft, die Ratinger Freizeitmaler, die Ortsarbeitsgemeinschaft der Verbraucher, die Funken Rot-Wiss, die Grenadiere und auch die Sportkegler: Auf allen Ebenen wurden neue Beziehungen aufgebaut.

Quelle: RP
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