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Ratingen
Pesch will mehr Service für Bürger

Ratingen: Pesch will mehr Service für Bürger
Mit Hilfe der Ratingen App kann man sich auf seinem Smartphone aktuell informieren: Was ist los in Ratingen? Wo gibt es freie Parkplätze? FOTO: Nein
Ratingen. Die Ratingen App soll für Anwohner und Gäste aus der Region klare Angebote schaffen - so auch beim Parken. Von Norbert Kleeberg

Der Aufsichtsrat der Ratingen Marketing GmbH (RMG) hat das Projekt bereits abgesegnet, jetzt geht es um die Form und die Finanzen. Die Stadt soll eine eigene Ratingen App bekommen, also einen virtuellen Service-Leitfaden, der Lust auf die Angebote und Dienstleistungen in der Stadt machen soll.

Bürgermeister Klaus Konrad Pesch kündigte dieses Projekt im RP-Sommergespräch an. Und der Verwaltungschef machte keinen Hehl daraus, dass die Ratingen App (siehe Info-Kasten) im Reigen der Projekte ganz oben angesiedelt ist. Pesch verspricht sich von diesem Stadt-Auftritt eine ganze Menge. So könne man zum Beispiel ein Parkleitsystem für die Kunden immer wieder aktualisieren. "Natürlich müssen die Parkhäuser noch mit entsprechenden Systemen ausgestattet werden, wir versprechen uns auch Erkenntnisse zum Parkverhalten in der Stadt." In spätestens einem Jahr soll die App gratis verfügbar sein. Pesch hat sich dieses Ziel fest vorgenommen.

Eine 20-seitige Studie soll dazu beitragen, die Diskussion um die Parkplatzsituation zu versachlichen. Dafür haben sich Gerold Fahr, Vize-Fraktionsvorsitzender der CDU, City-Kauf-Vorstandsmitglied Hilmar Loy und Joachim Frölich von der Initiative "Altstadt aktiv" im Herbst zusammengetan, ihre Drahtesel gesattelt und von November bis Mai alle Parkhäuser in der Altstadt zwecks Zählaktion regelmäßig besucht. Neu war, dass erstmals die oft nicht räumlich abgetrennten Dauerstellplätze und die öffentlichen Angebote sortiert ausgewertet wurden. Bei 155 Zählungen kam heraus: An den typischen Einkaufstagen sind die Parkhäuser dicht. Fazit für das Trio: Es muss dringend ein Ersatz für die bald wegfallenden 200 Stellplätze des Parkhauses Kirchgasse geben.

Es ist allerdings nicht die erste Zählung dieser Art, aber wohl eine mit der größten Aussagekraft. Fahr: "Diese ewige Diskussion um die Parkplätze ist oft aus dem Bauch heraus geführt worden." Man habe sich um zuverlässiges Zahlenmaterial bemüht.

Bei der Stadt habe es das nicht gegeben, nur die IHK hatte in 2014 vormittags und nachmittags gezählt und stellte dabei bereits eine "gute bis sehr gute Auslastung" der Häuser an Angerstraße, Kirchgasse, Grabenstraße und Wallstraße fest. Doch der Einzelhandel verdiene sein Geld vor allem freitagsnachmittags und samstags. Und laut IHK kämen 54 Prozent der Kunden mit dem Auto in die City und nur 16 Prozent mit Bus und Bahn. Die Hitliste der Auslastungen wird angeführt von der Angerstraße, Grabenstraße, Wallstraße und Kirchgasse.

Sparkasse und Hertie-Haus sind die Schlusslichter: Die alte Bank-Garage ist eng, das Hertie-Haus steht bekanntlich fast komplett leer. Die teilweise über 100-prozentigen Auslastungen hätten sich dadurch ergeben, dass an starten Einkaufstagen wie dem Samstag zusätzlich nicht genutzte Dauerstellplätze freigegeben würden, wie beispielsweise an der Angerstraße.

Für die Aktiven der Zählung steht fest: Der Stellplatzverlust durch den Abriss des Parkhauses Kirchgasse müsse unbedingt ausgeglichen werden. Es geht um 200 Plätze, dieser Zustand müsse mindestens erhalten bleiben, so Fahr.

Er verwies darauf, dass Ratingen zwar eine enorme Kaufkraftziffer von 127 Prozent habe, aber laut IHK mittlerweile nur noch eine Zentralitätskennziffer von 89 Prozent vorweise.

Die Ratingen App, so schwebt Pesch wiederum vor, soll das Profil einer einkaufsfreundlichen Stadt schärfen. Dass man die Massen anziehen kann, hat der Fischmarkt eindrucksvoll bewiesen. Selten war die Stadt so voll, selten hat man so viele Gäste aus benachbarten Städten wie Duisburg. Essen und Mülheim gesehen.

Quelle: RP
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