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Ratingen
Petra Kühnert lässt die Handpuppen tanzen

Ratingen: Petra Kühnert lässt die Handpuppen tanzen
Petra Kühnert mit dem kohlrabenschwarzen Jungen - ihrer ersten Handpuppe. Daneben steht Larry, der tollpatschige Storch. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Vor vier Jahren nähte die Ratingerin ihre erste Handpuppe. Jetzt steht mit "Verrückte Schatzsuche" die dritte Handpuppenspiel-Premiere an. Von Valeska von Dolega

Speedy ist in quietschgelbem Shirt unterwegs, bevorzugt auf seinem Skateboard, Nanuk ist ein schüchternes Eskimo-Mädchen und Zora hat vor nichts Angst. Zusammen fahren sie ans Meer. Und entdecken dort einen Schatz.

Was sich märchenhaft anhört, ist tatsächlich ein fantasievolles Stück für Kinder und wird unter dem Titel "Verrückte Schatzsuche" (Infobox) in der evangelischen Kirchengemeinde Hösel am Monatsende Premiere feiern. "Das ist schon irre", freut sich Petra Kühnert. Sie ist sozusagen die Puppenmutter. Denn die rothaarige Zora, die blitzschnelle Maus Speedy und Eskimo-Mädchen Nanuk hat sie mit Nadel und Faden kreiert. "So wie andere Joggen oder Radfahren gehen, widme ich mich eben diesem Hobby", sagt sie bescheiden. Dabei entdeckte die gelernte OP-Schwester diese Leidenschaft eher zufällig. "Vor vier Jahren rief mich meine Schwester an", erinnert sie sich. Die kam mit dem Schnittmuster für eine Puppe nicht zurecht. "Also half ich", denn basteln mochte die 48-Jährige schon immer. "Weil ich noch entsprechende Stoffreste im Keller hatte", wurde aus der Schablone ein kleiner schwarzer Junge. "Meine erste Handpuppe." Ihre drei Kinder, die Töchter sind inzwischen 21 und 19 Jahre alt, Sohn Kai wird 15, hatten Spaß an der Figur. "Also machte Petra Kühnert weiter. Als nächstes wurde der damals zehnjährige Sohn mit einer Eskimo-Puppe beschenkt. Die jetzt für die "Verrückte Schatzsuche" übrigens in die zurückhaltende Nanuk bühnentauglich verwandelt wurde.

"Jede Puppe hat etwas Besonderes." Mal ist es ein Knopf im Ohr, mal eine überdeutliche Zahnlücke, oder ein imposanter Löwe bekommt eine Funktion eingebaut, die ihn wie ein zartes Kätzchen miauen lässt. "Den habe ich als Maskottchen für meine Nichte genäht."

Als "nicht perfekt" beschreibt die gebürtige Essenerin, die seit 17 Jahren in Ratingen lebt, ihre Kreationen. "Schiefe Augen, ungleich lange Beine - gerade das zeichnet die Handpuppen aus." Und viel Liebe zum Detail. Larry, bei der Schatzsuche ein etwas schlaksiger Storch mit Hang zur Tolpatschigkeit, sieht wie ein watteweiches Kuscheltier aus. Seine üppige Brustbehaarung rührt von einer ausrangierten Federboa her, seine schlanken Beine sind aus einer Kinderstrumpfhose gearbeitet. "Das Schönste ist die Resonanz der Kinder", beschreibt Puppenmacherin Petra Kühnert den Lohn ihrer Nähkunst. Wenn die Kleinen sich für die Puppen begeistert, ist ihre Schöpferin glücklich. Einer der größten Fans ist übrigens die knapp sechsjährige Nachbarin.

Nach einer Geschichte rund um einen Frosch, der an einem Schlossteich Abenteuer erlebt und "Apfelfest in Gefahr", ist die "Schatzsuche" die dritte Episode, für die Kühnert Handpuppen geschaffen hat. Die "Schatzsuche"-Story stammt von Freunden, sechs Handpuppenspieler und ein Erzähler werden sie aufführen. "Eigentlich wollten wir im Kinderhospiz aufführen." Aber die "Regenbogenland"-Patienten sind dafür zu krank. Deshalb wird jetzt in der Kirche aufgeführt - und der Erlös dem Hospiz gespendet.

Quelle: RP
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