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Kreis Mettmann
Phobien: Wenn die Angst im Nacken sitzt

Kreis Mettmann: Phobien: Wenn die Angst im Nacken sitzt
Gegen Angst vor Spinnen (Arachnophobie) gibt es Workshops. FOTO: Andreas Probst
Kreis Mettmann. Frauen leiden doppelt so häufig wie Männer unter Angststörungen der unterschiedlichsten Arten.

Jeder Mensch hat manchmal Angst. Evolutionstechnisch ist diese Reaktion sinnvoll, damit wir in Gefahrensituationen angemessen reagieren. Doch wie unterscheidet sich normale Angst von einer Phobie? Beispiel Zahnarzt: Wir wissen aus der Vergangenheit, dass wir Schmerzen haben, wenn der Zahnarzt bohrt und denken mit leichter Angst an einen Zahnarzttermin. Trotzdem gehen wir spätestens dann zur Behandlung zum Zahnarzt, wenn wir Karies haben. Um die Konfrontation mit ihrer Phobie zu vermeiden, gehen allerdings Personen mit sogenannter Dentophobie sogar dann jahrelang nicht zum Zahnarzt, wenn sie starke Zahnschmerzen haben.

"Für Außenstehende ist es oft merkwürdig, wieso man Angst vor objektiv betrachtet harmlosen Dingen wie Lärm, Autos oder Büchern haben kann", sagt Gerd Peters vom Serviceteam der KKH Kaufmännische Krankenkasse in Düsseldorf. "Akousticophobie, Motorphobie und Bibliophobie - was sich für viele eher lustig oder absurd anhört, verbinden die Betroffenen mit Zittern, Herzrasen und Magenschmerzen."

Unter einer Phobie versteht man ein starkes Angstgefühl, das in bestimmten Situationen auftritt oder beim Anblick bestimmter Dinge ausgelöst wird und den davon betroffenen Menschen immer mehr in seinem Alltag einschränkt. Bereits der Gedanke daran ruft bei den Betroffenen Angst hervor. Auch wenn Phobiker wissen, dass ihre Furcht vor bestimmten Dingen irrational und unangemessen ist, können sie sich nur schwer mit dem Auslöser konfrontieren oder ihn nur unter massiver Furcht ertragen.

Was für Arten von Phobien gibt es? In Deutschland sind rund 650 Phobien bekannt. Dabei unterscheiden Mediziner und Psychologen zwischen spezifischen Phobien (Angst vor Hunden, Katzen, Gewitter, etc.), der sozialen Phobie und der Agoraphobie ("Platzangst").

Kann eine Phobie geheilt werden? Ja. Je früher eine Phobie erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Vielversprechend ist meistens eine Verhaltenstherapie. Sie ist sinnvoll bei Phobikern, die in ihrem normalen Leben stark eingeschränkt sind. Deshalb wird sie oft bei Personen mit einer sozialen Phobie oder Agoraphobie angewandt. Jedoch muss nicht jede Phobie behandelt werden. Wer beispielsweise Angst vor Schlangen hat, wird im Alltag kaum Probleme damit haben.

Auffällig: Bei Frauen werden Phobien doppelt so oft diagnostiziert wie bei Männern.

Quelle: RP
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