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Ratingen
Politik schiebt Westbahn-Projekt an

Ratingen: Politik schiebt Westbahn-Projekt an
FOTO: Blazy Achim
Ratingen. Kreis und Kommunen sprechen sich für die schnelle Verbindung zwischen Düsseldorf, Ratingen und Duisburg aus. Von Norbert Kleeberg

Plötzlich kommt wieder Tempo ins Westbahn-Projekt, das lange Zeit auf dem Abstellgleis stand. Unlängst tagte der Ausschuss für Angelegenheiten des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) des Kreistages. Zentrale Botschaft: Die Weststrecke gehört zu den wichtigsten Schienenprojekten des Kreises Mettmann und soll in den ÖPNV-Bedarfsplan 2017 aufgenommen werden.

Bezirksregierung und Verkehrsministerium sind die weiteren Stationen auf dem Weg zu einem erfolgreichen Start der Westbahn. Im Ausschuss hieß es, dass die "von einem breiten regionalen Konsens getragenen Bemühungen einen wichtigen Schritt vorangekommen sind". Aktuell arbeite das Land an einer Verkehrsuntersuchung mit weitem Blick ins Jahr 2030.

Es winken jedenfalls weitere Fahrgast-Potenziale: Im Duisburger Süden (im Bereich des ehemaligen Ausbesserungswerkes Wedau) sollen Wohnungen für rund 8.000 Bürger entstehen. Diese neue Entwicklung soll in das Bewertungsverfahren des Landes einfließen. Mitte 2017 sollen die Ergebnisse vorgestellt werden.

In der Theorie lassen sich die 42 Schienenkilometer von Düsseldorf über Tiefenbroich, Ratingen West und Lintorf bis zum Duisburger Hauptbahnhof in 31 Minuten zurücklegen. Welch eine erfreuliche Perspektive angesichts der oft stundenlangen Autostaus rings um Ratingen. 40.000 Menschen könnten sofort von der Ratinger Westbahn profitieren. Die Firmen und Gewerbegebiete links wie rechts der Trasse bekämen ebenfalls eine starke Schubhilfe. Ratingen-Pendler zwischen Köln und Duisburg könnten zukünftig komplett aufs Auto verzichten. So sieht die deutliche Vision aus, die Vertreter von Wirtschaft, Politik und Verbänden bei einer Testfahrt im vergangenen Jahr skizziert haben.

Kurze Rückblende: Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hatte im Jahr 2011 das Projekt aufs Abstellgleis geschoben. Basis war damals ein Gutachten, das die Investitionskosten von 140 Millionen Euro und Betriebskosten von vier bis sechs Millionen Euro für die Wiederbelebung der 1983 eingestellten Ratinger Westbahn als unwirtschaftlich bezeichnete. "Wir brauchen ein neues Gutachten mit anderen Prämissen - und dann werden wir sehen, dass sich die Strecke rechnet. Die ganzen Totschlagargumente müssen weg", hatte Ratingens Bürgermeister Klaus Pesch während der Testfahrt gefordert.

Dazu gehört, dass für die Ratinger Westbahn ein eigenes Gleis verlegt werden müsste. "Wir zeigen, dass wir mit den bestehenden Gleisen auskommen, wenn wir sie geschickt nutzen", betonte Olaf Tünkers, Vorsitzender des Unternehmensverbandes Ratingen (UVR).

Fakt ist: Man will den Druck weiter hochhalten. Dezernenten und Fachvertreter des Kreises Mettmann sowie der Städte Düsseldorf, Duisburg und Ratingen wollen im September/Oktober eine gemeinsamen Info-Veranstaltung organisieren, bei der die wirtschaftliche Bedeutung des Projektes herausgearbeitet wird.

Zum Abschluss soll es eine gemeinsame politische Erklärung geben - eine klare Botschaft Richtung Verkehrsministerium.

Quelle: RP
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