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Kreis Mettmann
Polizei zählt weniger Einbrüche

Kreis Mettmann: Polizei zählt weniger Einbrüche
Fenster und Terrassentüren sind Schwachstellen, die sich Einbrecher bevorzugt aussuchen, so die Polizei. Mechanische Sicherungen können die Sicherheit erhöhen. FOTO: Thinkstock/Rainer Fuhrman
Kreis Mettmann. Am deutlichsten ist die Zahl in Haan, Langenfeld, Monheim und Erkrath gesunken. Von Christoph Schmidt

Von Januar bis August sind der Kreispolizei 664 Wohnungseinbrüche gemeldet worden. Das sind 441 oder 39,91 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2016 (1105 Wohnungseinbrüche), sagt stellvertretender Kriminaldirektor Ulrich Rüthers auf Anfrage unserer Zeitung. Die Zahlen gingen in allen zehn Kreisstädten zurück, am deutlichsten in Haan (-68 Prozent), Langenfeld (-60 Prozent), Monheim (-51 Prozent) und Erkrath (-49 Prozent). Jetzt beginnt freilich erst die Hauptsaison für Wohnungseinbrüche. Rüthers: "Ich bin zuversichtlich, dass wir 2017 unter den Zahlen von 2016 bleiben." Die Entwicklung der Wohnungseinbrüche in den ersten acht Monaten dieses Jahres: Erkrath von 147 in 2016 auf 75. Haan von 110 auf 35. Heiligenhaus von 62 auf 39. Hilden von 114 auf 75. Langenfeld von 162 auf 65. Mettmann von 70 auf 66. Monheim von 82 auf 40. Ratingen von 205 auf 151. Velbert von 107 auf 90. Wülfrath von 46 auf 28. Auch von 2015 auf 2016 sank die Zahl der Wohnungseinbrüche im Kreis Mettmann von 1699 auf 1492. Das entspricht -12,18 Prozent.

Eine schlüssige Erklärung für diese Entwicklung sei "schwierig", räumt Rüthers ein. Die Bekämpfung der Wohnungseinbrüche sei ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit. Die Aufklärungsquote im Kreis Mettmann mit etwas über 20 Prozent liege über dem Landesdurchschnitt. "Wenn wir einen Täter haben, wissen wir nicht, wie viele Einbrüche er tatsächlich begangen hat." Im Kreis seien in diesem Jahr weniger mobile Einbrecher aktiv: Das ist die persönliche Einschätzung des stellvertretenden Kriminaldirektors. Das könne auch mit den verstärkten Grenzkontrollen in Süddeutschland zu tun haben. Sie sollen die illegale Einreise von Flüchtlingen nach Deutschland unterbinden, stören aber auch Kriminelle bei ihren Aktivitäten. Am häufigsten gestohlen werde nach wie vor Geld, Handys, Tablets und Schmuck. "Es gibt reisende Profis, die suchen nur im Flur nach Beute" berichtet Ulrich Rüthers: "Die brechen dann sehr häufig pro Nacht ein." Fenster und Terrassentüren: Das sind nach wie vor die Schwachstellen, die Einbrecher bevorzugen. Bei fast jedem zweiten Einbruchsversuch (48,37 Prozent) in diesem Jahr kamen die Diebe nicht in die Wohnung - oder machten keine Beute. "Das zeigt, dass die Bürger ihre Wohnungen besser schützen", glaubt Rüthers. Das sei auch ein Erfolg der landesweiten Aktion "Riegel vor", die jetzt zum fünften Mal gestartet ist. Bürger können sich von der Polizei individuell, neutral und gratis beraten lassen, wie sie ihre Wohnungen besser vor Einbrechern schützen können. Dafür gibt es jetzt auch mehr Geld von der Bundesregierung. Darauf weist Haus und Grund Rheinland hin. Wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mitteilt, gelten ab sofort gestaffelte Fördersätze. Für die ersten 1000 Euro einer förderungsfähigen Investition in Einbruchschutz gibt es jetzt einen Zuschuss von 20 Prozent. Das ist doppelt so viel wie bislang. Der bisherige Zuschuss in Höhe von zehn Prozent wird jetzt nur noch für alle förderfähigen Ausgaben gezahlt, die über die ersten 1000 Euro hinausgehen. Zuschüsse können sowohl Eigentümer als auch Mieter bekommen. Sie müssen jedoch mindestens 500 Euro für ihren Einbruchschutz ausgeben. Die Zuschüsse gibt es für Investitionssummen von bis zu 15.000 Euro pro Wohnung. Wichtig: Der Zuschuss muss vor Beginn der Arbeiten beantragt werden.

Quelle: RP
 
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