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Ratingen
Praktische Hilfe für den Alltag junger Familien

Ratingen: Praktische Hilfe für den Alltag junger Familien
Eine Frau nimmt sich Zeit: Renate Schanz, wellcome-Koordinatorin, im Gespräch mit einer Mutter. FOTO: achim blazy
Ratingen. Unter dem Namen "wellcome" bietet die Neander-Diakonie Rat und Tat für die turbulente Zeit nach der Geburt an. Von Monika von Kürten

Junge Eltern stehen nicht selten unter Druck. Ihr alltägliches Leben muss neu definiert werden, denn die bisherigen Lebensgewohnheiten und sozialen Kontakte ändern sich. Immer mehr Familien ziehen aus beruflichen Gründen in die Ferne, wo es dann etwas schwerer werden kann, Hilfe zu finden. Eltern und Freunde wohnen nicht mehr in der Nähe, um mal eben eine helfende Hand zu reichen, der Partner ist beruflich immer mehr eingespannt, oder die junge Mutter ist gar alleinerziehend.

Nachbarschaftshilfe ist vielerorts nicht mehr selbstverständlich. Um Unsicherheiten abzubauen, ein Abdriften in die Isolation zu verhindern oder um einfach einmal da zu sein, bietet das evangelische Familienbildungswerk der Neander-Diakonie seit 2009 in Ratingen und seit 2012 auch in Mettmann unter dem Namen "wellcome" individuelle, schnelle und unbürokratische Hilfe für junge Familien in den ersten schwierigen Wochen und Monaten an. Von "wellcome" gut geschulte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen aus allen Berufsgruppen bieten ein bis zweimal wöchentlich für zwei bis drei Stunden praktische und individuelle Hilfe für Familien an, die diese Unterstützung möchten. "Die Hilfe kann jede junge Familie bekommen, egal welchen sozialen Stand sie hat oder wie bedürftig sie ist", betont Renate Schanz, Koordinatorin für Ratingen und Mettmann. Mütter, die gerade entbunden haben, haben viele " Baustellen" egal, ob es sich um eine Arztfrau oder eine alleinerziehende Mutter handelt, ob es das erste oder dritte Kind ist. Wenn keine Hilfe von Familie oder Freunden da ist, kann es schon mal kritisch werden. Auch wenn es schön ist, viel Zeit mit den Kleinen zu verbringen, möchte sicherlich jeder einmal in Ruhe duschen, einkaufen oder zum Friseur gehen oder einfach mal ausspannen, ohne dass der Nachwuchs "dazwischenfunkt". Die Probleme und Bedürfnisse sind vielfältig und von Familie zu Familie unterschiedlich. Damit alles passt, sucht Koordinatorin Schanz die "helfende Hand" sorgfältig aus dem Pool der Ehrenamtlichen heraus.

"Die Chemie zwischen Familie und Ehrenamtlichen muss stimmen, sonst klappt es nicht. Beide Seiten müssen sich wohlfühlen. Auch während der Unterstützung stehe ich immer mit Rat und Tat zur Seite und halte intensiven Kontakt. Denn manche Bedürfnisse entwickeln sich erst mit der Zeit", sagte Schanz.

Um jungen Müttern, die in der ersten Zeit andere Sorgen haben und nicht unbedingt eine völlig fremde Person zu Hause haben wollen, die Kontaktaufnahme zu erleichtern, macht Schanz den ersten Schritt. Sie besucht mit den Ehrenamtlichen Babykurse und Wöchnerinnenstationen im Krankenhaus, um "wellcome" und die Mitarbeiterinnen vorzustellen. Auch in Apotheken und Kinderarztpraxen liegt Informationsmaterial bereit.

Quelle: RP
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