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Ratingen/Heiligenhaus
Preise für Eigenheime steigen weiter

Ratingen/Heiligenhaus: Preise für Eigenheime steigen weiter
Baudezernent Jochen Kral (links) mit den Plänen fürs Wohngebiet am Felderhof. Es ist eines der letzten großen Wohnprojekte in Ratingen. Entsprechend steigen die Preise im Speckgürtel von Düsseldorf weiter an. FOTO: Achim Blazy
Ratingen/Heiligenhaus. Im landesweiten Vergleich liegen die Preise in Ratingen teilweise 50 Prozent über dem Durchschnitt. Von Fabian Preuss

Wer in Ratingen oder Heiligenhaus ein Eigenheim erwerben will, muss aktuell noch tiefer in die Taschen greifen als in den vergangenen Jahren. Das geht aus den aktuellen Zahlen der LBS zum Neubau- und Gebrauchtwohnungsmarkt hervor. Hierfür wurden unter anderem 600 Immobilienfachleute von LBS und Sparkassen im Rahmen der Studie "LBS Markt für Wohnimmobilien 2016" durch das Forschungsinstitut Empirica befragt.

So müssen im Schnitt für ein neues freistehendes Haus mit 120 Quadratmetern, Grundstück und Garage in Ratingen durchschnittlich 600.000 Euro einkalkuliert werden. Das sind knapp 50 Prozent mehr im Vergleich zum Gesamtschnitt Nordrhein-Westfalens, welcher bei etwa 290.000 Euro liegt. Im Vorjahr lag der Wert für Ratingen noch bei rund 525.000 Euro. Ohne entsprechendes Eigenkapital und/oder einen sicheren Job wird der Traum vom Eigenheim für Viele zumindest in Ratingen ein Traum bleiben.

Ähnlich hohe Durchschnittspreise sind in NRW sonst nur noch im benachbarten Meerbusch und in Düsseldorf zu finden. Die Gründe hierfür liegen insbesondere in der guten Lage, Anbindung und Infrastruktur der drei Städte sowie der allgemeinen Attraktivität als wirtschaftlicher Standort für Großunternehmen.

Neubaugebiete und beliebtes citynahes Wohnen sind in Ratingen jedoch Mangelware geworden. Große und entsprechend nahe Neubaugebiete gibt es nicht mehr. Alternativ zu den oft raren und mit viel Planungsaufwand verbundenen Neubaugrundstücken sind gebrauchte Eigenheime für viele Familien eine Alternative. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen jedoch auch dort die Preise um knapp 40.000 Euro auf im Schnitt aktuell 480.000 Euro an.

Im kreisweiten Vergleich stellt Ratingen mit diesen hohen Werten eher die Ausnahme dar. Doch auch in anderen Städten sind die Preise angestiegen. So zahlt man in Heiligenhaus durchschnittlich rund 315.000 Euro für ein gebrauchtes Haus gegenüber 280.000 Euro im Jahr 2015, auf dem Neubaumarkt liegen die Preise bei rund 355.000 Euro im Schnitt. Dort zahlte man im Jahre 2014 etwa 310.000 Euro.

Kurios ist die Sachlage in Mettmann: Die Preise für gebrauchte Eigenheime übersteigen hier mit 420.000 Euro im Schnitt aktuell die Werte für neu gebaute Häuser, welche mit 355.000 Euro deutlich günstiger sind. Grund hierfür ist zum einen die zentrumsnahe Lage der Häuser, so Björn Pätzold, zuständiger LBS-Gebietsleiter für Mettmann und Ratingen. Zum anderen haben die gebrauchten Immobilien meist noch deutlich größere Grundstücke vorzuweisen.

Passend zu den aktuellen Preisen sind die Zahlen neu erbauter Häuser im gesamten Kreis Mettmann um etwa 20 Prozent zurückgegangen. Waren es 2014 noch 485 neue Häuser, so ist die Zahl 2015 auf 394 gesunken. Dabei stellte der Großteil dieser Wohngebäude Einfamilienhäuser dar.

Speziell in Ratingen fehlen freie Grundstücke bei steigender Nachfrage. Deshalb haben die Stadtplaner auch ehemalige Gewerbe- oder Industrieflächen in den Blick genommen.

Lässt sich kein neues Gewerbe ansiedeln, will man über den Bebauungsplan den Weg frei machen für Wohnbebauung.

Wie berichtet, gibt es derzeit Pläne, auf dem Gelände der ehemaligen Spiegelglasfabrik an der Straße Felderhof ein weiteres Areal zu bebauen. Nach vielen Jahren endloser Diskussionen werden die Pläne derzeit öffentlich ausgelegt.

Auch für das ehemalige Goldkuhle-Gelände am Bahnhof in Hösel gibt es einen Investor, der dort Wohnhäuser hochziehen will.

Quelle: RP
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