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Lintorf
Premiere: Slam-Poeten in der Manege

Lintorf. Auch im städtischen Jugendzentrum in Lintorf kann, wer sich zum Poeten berufen fühlt, seine Texte vorstellen: In jeweils sechs Minuten. Von Gabriele Hannen

Ja, jetzt auch hier. Und das endlich: Ein besonderer Abend wird nämlich in Lintorf am Mittwoch, 20. April 2016, um 19.30 Uhr, im städtischen Jugendzentrum "Manege" in Lintorf veranstaltet, fast zum ersten Mal. Kenner rühren sozusagen organisierten Buchstabensalat an, nennen es, wie inzwischen üblich, Poetry Slam und haben damit eines der spannendsten Formate der Bühnenliteratur.

Hier entscheidet das Publikum, was gefällt. Für die Slam-Poetinnen und Poeten gibt es nur wenige Regeln: Zeitlimit von sechs Minuten, nur selbst verfasste Texte und - außer dem Manuskript - keinerlei Hilfsmittel. Ansonsten ist erlaubt, was gefällt, seien es nun Gedicht, Geschichte oder frei vorgetragene Improvisation.

Das Publikum entscheidet und kürt schließlich Siegerin oder Sieger. Diese unwiderstehliche Mischung aus Lesung, Performance und Popkultur ist ein mitreißendes Fest rund um das gesprochene Wort. Ein unterhaltsamer und lebendiger Literatur-Abend steht den geneigten Zuhörern bevor.

Poetin des Abends ist Aylin Celik. Mit ihren gesellschaftspolitischen Texten hat sie schon viele Menschen begeistert. Bereits während der Schulzeit tourte sie auf NRW-Bühnen und qualifizierte sich für die deutschsprachigen Meisterschaften im Bereich Slam Poetry.

Die Moderation in Lintorf übernehmen Christine Brinkmann und Helge Goldschläger, bekannt vom Songslam in Düsseldorf. Helge Goldschläger ist Düsseldorfer Autor und Moderator und seit Jahren als Poetry Slammer im gesamten deutschsprachigen Raum aktiv. Er stand unter anderem im Halbfinale der deutschen Poetry-Slam-Meisterschaften. Christine Brinkmann ist Kulturplanerin aus Düsseldorf. Neben der Literaturplanung im Kulturzentrum Zakk leitet sie Schreibwerkstätten.

Bernhard Schultz vom "Tragödchen" im Buchladen Peter und Paula an der Grütstraße hält eine Menge von der neuen Kunstform. Und Barbara Ming, literarische Ratinger Altmeisterin, hat schon zweimal in ihrer "Kulturkneipe" der preisgekrönten Slammerin Nora Gomringer eine Bühne geboten.

"Poetry" heißt Dichtung und "slam" bedeutet, jemandem ins Gesicht zu schlagen. Poetry Slams gehören heute zu den angesagten Events unter Jugendlichen und Junggebliebenen. Die Slam-Master werden gefeiert wie Popstars, haben Fanclubs und reisen kreuz und quer durch Deutschland, um an Slam-Meisterschaften teilzunehmen.

Der Fernsehsender 3sat hat eine Dokumentation mit dem Titel "Die Geschichte des Poetry Slams" gefertigt, (abzurufen in der Mediathek unter dem Titel "Der Club der wilden Dichter") in der die Stars der Szene Sebastian 23, Andy Strauß, Julia Engelmann, Jan Philipp Zymny und Torsten Sträter zu Wort kommen, gleichzeitig aber auch ein Blick zurück geworfen wird - eine Untergrundbewegung, die sich zum Massenphänomen entwickelt hat.

Quelle: RP
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