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Ratingen
Presbyterin mit besonderen Aufgaben

Ratingen: Presbyterin mit besonderen Aufgaben
"Das Ehrenamt hat Farbe in mein Leben gebracht und mir geholfen, meine Zeit zu strukturieren und in Bewegung zu sein", sagt Gerda Valk. FOTO: privat
Ratingen. Als Diakoniekirchmeisterin setzt sich Gerda Valk für eine lebendige Kirche in. Eine, in der auch gelacht wird.

"Buh-Rufe und Pfeifen als Ausdruck der Unzufriedenheit mit der Kirche nützen und bewegen nichts. Darum möchte ich mithelfen, möchte mitgestalten und Verantwortung übernehmen" - so oder ähnlich antwortete die jetzige Diakoniekirchmeisterin Gerda Valk vor beinahe 32 Jahren bei der Befragung durch Mitglieder der Gemeindeversammlung, als Kandidatin für das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde. Und weil ihr die Jury so überaus ernst erschien, fügte sie hinzu: "Und ich möchte dazu beitragen, dass in der Kirche auch gelacht wird."

Sie wurde gewählt. Kein Wunder, wenn man sie kennenlernt: Forsch, unerschrocken, mit wachem Blick. In Hamburg als eines von zwei Mädchen geboren, kam sie wegen der Nachkriegsturbulenzen nach mehreren Ortswechseln mit ihrer Mutter und Schwester nach Düsseldorf. Ihren Vater, der 1945 gefallen war, hat sie nicht mehr kennengelernt. Nach dem Studium der Sozialarbeit und Sonderpädagogik leitete sie in Ratingen die Tagesbildungsstätte für geistig behinderte Kinder bis zur Heirat 1971. Da war Gerda Valk 27 Jahre alt. Beide, ihr Mann und sie, hatten aus ihrer ersten Ehe jeweils ein Kind. Es folgten zwei weitere gemeinsame Kinder.

"Ich war gerne Hausfrau. Immer war etwas los, die Kinder hatten viele Freunde, die zu uns kamen, auch noch als Jugendliche. Wir hatten viele Einladungen, Unternehmungen." Und weiter: "Unsere Kinder sollten als Erwachsene morgens gerne aufstehen und nicht mit Widerwillen zu einer ungeliebten Arbeit gehen müssen." Dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen.

Als die Kinder in Kindergarten und Schule waren, begann die Zeit der Ehrenamtlichkeit. Sie war mit dabei, als in West die Bewohner des großen Neubaugebiets einzogen. Gemeinsam gründeten die katholische und die evangelische Kirchengemeinde in West eine ökumenische Beratungsstelle. Dort wurden Hilfen zur Orientierung in allen Lebenslagen für Jung und Alt geboten. Weitere Ämter kamen hinzu. Klassen- und Schulpflegschaftsvorsitz in Grundschule und Gymnasium, Planung der Martinsfeste für alle Schulen und Kindergärten im "Verein der Martinsfreunde". Bei der Jugendstrafkammer des Landgerichts war sie einige Jahre Jugendschöffin. Seit 1967 ist sie Mitglied der SPD. In das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde Ratingen wurde sie 1984 eingeführt - ihr größtes und wichtigstes Amt. Neben den Sitzungen des Gesamtpresbyteriums gab es für sie die Mitgliedschaft im Kindergarten-, Jugend- und Personalausschuss. Schwerpunktmäßig aber galten ihre Zeit und ihr Interesse der Diakonie der Kirchengemeinde und so war der Diakonieausschuss der Hauptwirkungsbereich von Beginn ihrer Zeit als Presbyterin bis heute. Vom kleinen evangelischen Gemeindedienst bis hin zum großen Diakonischen Werk des Kirchenkreises mit über 700 Mitarbeitern konnte sie die Entwicklung begleiten. Seit einigen Jahren gehört sie dem Aufsichtsrat der Neander-Diakonie an. Neben dieser Arbeit leitet sie seit vielen Jahren den Diakonieausschuss. Dort ist die soziale Arbeit der Gemeinde vor Ort verwurzelt. Gerda Valk: "Das Ehrenamt hat Farbe in mein Leben gebracht und mir geholfen, meine Zeit zu strukturieren, in Bewegung zu sein bei ständiger Kommunikation für eine lebendige Kirche. So habe ich mir das vor 32 Jahren gewünscht."

Quelle: RP
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