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Ratingen
Programm für Cowboys und Seefahrer

Ratingen. In der letzten Ferienwoche können Kinder im Oberschlesischen Landesmuseum vorbeischauen.

Mit Überraschungen wartet das Ferienprogramm für Kinder von sechs bis zehn Jahren im Oberschlesischen Landesmuseum am Donnerstag, 18. August, 14.30 bis 16.30 Uhr auf.

Cowboys, die zur See fahren und Kühe versorgen? Was wie eine phantastische Geschichte klingt, ist eine wahre Begebenheit. Sie bezieht sich auf ein Hilfsprojekt namens "Heifer Project" in den USA, das gegen Ende des Zweiten Weltkriegs von dem US-Amerikaner Dan West ins Leben gerufen wurde, um die Not der Menschen in Europa zu lindern. Färsen (englisch "heifer") - das sind junge Kühe, die noch nicht gekalbt haben - wurden kostenlos an bedürftige Menschen in Europa verteilt. Die einzige Bedingung war, dass das erstgeborene weibliche Kalb einer geschenkten Kuh an eine andere bedürftige Familie weitergegeben werden sollte. Junge, hilfsbereite, aber auch abenteuerlustige Männer wurden angeheuert, die Tiere während der Überfahrt nach Europa zu betreuen. Als sogenannte "Seagoing Cowboys" (also Cowboys, die zur See fahren) machten sie sich für ein Taschengeld von 150 US-Dollar für mehrere Wochen auf den langen und oft stürmischen Weg über das Meer nach Europa. Nachdem die Schiffe in ihren Zielhäfen angekommen waren, wurden die Rinder verladen und weiter mit der Eisenbahn bzw. auf Lastwagen zu ihren Zielorten gebracht. Auch der während der Überfahrt angefallene Mist und das übriggebliebene Futter waren heiß begehrt, da es in der Landwirtschaft an allem mangelte. Die Lebensmittelversorgung in Krisenzeiten ist ein Aspekt der großen Sonderausstellung "Für Leib & Seele. Von der Kultur des Essens und Trinkens" im Oberschlesischen Landesmuseum.

Zu sehen sind dort auch seltene Dokumente und Bilder zum "Heifer-Projekt", die Peggy Reiff Miller (Indiana, USA) dem Oberschlesischen Landesmuseum zur Verfügung gestellt hat. Ihr eigener Großvater war einer der jungen Männer, die als "Seagoing Cowboys" die Färsen aus Amerika nach Polen gebracht haben. Peggy R. Miller verfügt über ein Archiv mit zahlreichen Bild-, Film- und Quellenmaterialien und unterhält eine informative Webseite über die "Seagoing Cowboys" ("https://seagoingcowboys.com" ). Sie veröffentlichte mehrere Publikationen und Artikel zu diesem Thema.

Was die "Seagoing-Cowboys" damals erlebt und wie sie den Menschen geholfen haben, erkunden die Kinder mit Museumsmaskottchen "Schlesi" in der Ausstellung. Danach werden eigene Tiertransportschiffe gebastelt, in denen Tierfiguren wie die echten "Seefahrer-Cowboys" transportiert werden. Preis: 9 Euro (inkl. Führung und Materialien); Anmeldung unter: 0 21 02 / 96 50 oder 96 52 56.

Quelle: RP
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