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Heiligenhaus
Quietschvergnügte Komödie macht Laune

Heiligenhaus. Die ZWAR-Theatergruppe eroberte am Wochenende gleich zweimal die Herzen des Publikums. Ein weiterer Meilenstein für die kleine, aber feine Erfolgsstory der Amateur-Darsteller. Von Henry Kreilmann

Komödien spielen sie einfach am liebsten: Mit dem Lustspiel: "Manche mögen's weiß" brachten die Amateur-Schauspieler der ZWAR-Theatergruppe am Wochenende bereits die sechste abendfüllende Komödie auf die Bühne.

In der Aula des Immanuel-Kant-Gymnasiums fühlten sich die Hobby-Schauspieler inmitten von professioneller Licht- und Tontechnik, Kostümen, und einem selbstgebauten Bühnenbild erkennbar pudelwohl. Unter der Regie von Heinz-Gerd Küster, der die Gruppe schon von Beginn an begleitet, spielten sie nicht nur vor einer gut besuchten Aula, sondern auch vor der Autorin des Stückes, Erika Kapeller.

Die Österreicherin reiste eigens für die Heiligenhauser Premiere ihres 2013 uraufgeführten Stückes an. Darüber freuten sich die Darsteller besonders, die regelmäßig im Ludgerustreff proben. Es gehe im Amateur-Theater nicht um die große Show oder satte Effekte, sondern um den Spaß an den Brettern die die Welt bedeuten, finden Darsteller und Regisseur. Speziell ausgebildet sind sie dabei nicht, sie schöpfen aus einem reichen Erfahrungsschatz und Lebenserfahrung, denn sie stehen "Zwischen Arbeit und Ruhestand", einer Initiative, aus der sich auch der Name der Gruppe ableitet. 2011 spielten sie mit "Die Kunst, ein Stück zu schreiben" ihre erste Komödie, es folgten regelmäßige Theaterabende. Die Truppe kann sich aber nicht nur für Komödien begeistern, auch in szenischen Lesungen, besonders gern auch zur Weihnachtszeit, bändigen sie ihren Spaß am Schauspiel.

Für die quietschvergnügte Komödie "Manche mögen's weiß" gab es dabei noch Unterstützung vom Velberter "Antikhaus", das kostenlos Ausstattungsgegenstände zur Verfügung gestellt hat, denn das Stück spielt in der gediegenen "Villa Bianca". In der lebt eine Gruppe höchst unterschiedlicher Senioren, die eine Wohngemeinschaft gegründet hat.

Da wäre zum Beispiel die ehemalige Sängerin Ingelore (Babett Lange), die nach einer Kehlkopfentzündung den Spaß am Gesang nicht verlernt hat, aber das Singen selbst. Außerdem ihr Verlobter Theodor (Armin Merta), der die Weiten des Internets entdeckt und dabei Hilfe von Mitbewohner Detlef (Pawel Mora) bekommt. Auch Seebär "Sir" Gregory (Norbert Sindermann), Tanzlehrer Heinz-Werner (Heino Hintzen) und Oberlehrerin "Trudchen" (Andrea Flügge) leben mit ihren ganz eigenen Eigenschaften in der Villa, in der ein Zimmer frei wird - und schon nimmt das Chaos seinen Lauf.

Mit viel Spielfreude bewegen sich die insgesamt 13 Darsteller durch das Stück, die stärksten Momente waren aber wieder mal gerade die, die nicht im Buch standen: Wenn Armin Merta sich in der Rolle des Theodor an das Publikum in vollbesetzten Reihen wendet und um Hilfe fragt - und das Publikum dann spontan charmant eigene Pointen setzt.

Quelle: RP
 
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