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Ratingen
Rat diskutiert erneut über die Markttoiletten

Ratingen: Rat diskutiert erneut über die Markttoiletten
Die öffentliche Toilette am Markt soll laut Ratsbeschluss Ende Dezember geschlossen werden. Aber immer noch regt sich Widerstand. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Laut Beschluss soll die alte Anlage Ende Dezember endgültig geschlossen werden. Nun wird sich der Stadtrat damit beschäftigen. Von Joachim Preuss

Alles wieder auf Null? Die Bürger-Union (BU) will über die Schließung der öffentlichen Toiletten am Marktplatz erneut diskutieren. Wie berichtet, hatte es heftige Proteste gegen die Schließung gegeben. Vor allem mit Blick auf die Kosten hatte sich der Rat mehrheitlich für die Schließung und gleichzeitig für Einführung des Projekts "Nette Toilette" ausgesprochen: Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatte man dann doch Gastwirte in der Innenstadt gefunden, die gegen eine Aufwandspauschale von der Stadt ihre Sanitäranlagen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Rückblick: Am 10. Mai hat der Stadtrat mit den Stimmen der CDU und SPD gegen die Stimmen der Fraktion der Bürger-Union und den anderen Fraktionen beschlossen, dass die öffentliche Toilette Am Markt zum 31. Dezember 2016 geschlossen wird. "Diese Entscheidung ist zu Recht mit viel Kritik und Unverständnis in der Bevölkerung zur Kenntnis genommen worden", so BU-Fraktionschef Alexander von der Groeben. Die Fraktion der Bürger-Union beantrage daher, das Thema "Schließung der öffentlichen Toilette am Markt" auf die Tagesordnung der Dezembersitzungen des Hauptausschusses (6. Dezember) und des Rates (20. Dezember) zu nehmen. Groeben will ein Konzept zum Erhalt der Markttoilette vorlegen.

Die Diskussion die uralte Anlage am Marktplatz ist geprägt von der Kostenfrage. Noch im Jahre 2014 kam die Stadt auf etwa 30.000 Euro Sanierungskosten: Damals war der Versuch, Gastronomen für die "Nette Toilette" zu gewinnen, zunächst kläglich gescheitert: Es gab so gut wie kein Interesse. Denn schon 2012 hatte sich der Rat gegen die Sanierung ausgesprochen. Zwischenzeitlich stiegen die geschätzten Sanierungskosten auf 45.000 und sogar 245.000 Euro an: Ein Aufzug sollte die Behinderfreiheit garantieren. Bereits im Jahre 2005 hatte diese Zeitung auf die niederrheinische Gemeinde Kranenburg im Kreis Kleve verwiesen: Dort prangten schnell überall Schildchen mit dem Hinweis "Nette Toilette". Inzwischen hat sich das System in vielen anderen Kommunen bewährt. Doch erst ab 2009 wurde die Idee vom Niederrhein auch in Ratingen ernsthaft diskutiert. Die SPD-Fraktion sprach sich 2011 statt einer "kostenintensiven Sanierung" der unterirdischen WC-Anlage für eine Teilnahme an der Aktion "Nette Toilette" aus. Stadt und Gastronomen sollten sich beteiligen. Wesentliche Gründe: Die Pflege und die Wartung der öffentlichen Toiletten seien enorm teuer, so SPD-Fraktionschef Christian Wiglow damals, neue Toiletten bedeuteten zudem hohe Investitionen.

Noch im Februar hieß es, dass die Toilette am Marktplatz erst geschlossen werden sollte, wenn der neue mit einer modernen WC-Anlage ausgestattete Pavillon am Düsseldorfer Platz im Zuge der Neugestaltung des Busbahnhofs in Betrieb gegangen ist. Bekanntlich hat sich der Beginn der Umbauarbeiten deutlich verzögert, es wurde erst kürzlich begonnen, etwa in einem Jahr dürfte man dort fertig sein.

BU und FDP haben sich stets vehement für die Sanierung ausgesprochen. De BU hat sogar höchst erfolgreich Unterschriften gesammelt. Und sie hat nicht aufgegeben.

Quelle: RP
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