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Ratingen
Rat gibt mehr Geld für Unterkünfte

Ratingen: Rat gibt mehr Geld für Unterkünfte
Noch laufen an der Josef-Schappe-Straße in Ratingen Ost die Vorbereitungen: In diesem Gebäude sollen demnächst Flüchtlinge untergebracht werden. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Es war sogar eine Dringlichkeitsentscheidung notwendig: Es müssen kurzfristig 150.000 Euro bereitgestellt werden. Von Joachim Preuss

Beherrschendes Thema im Rat war der Flüchtlingsstrom. Etwa 150 Menschen muss die Stadt Ratingen mittlerweile wöchentlich aufnehmen, so die neuesten Zahlen. Die Verhandlungen mit dem Vermieter eines großen Gebäudes stehen kurz vor dem Abschluss. Für Um- und Ausbauarbeiten wird eine Million Euro bereitgestellt. Für die Herrichtung eines Bürogebäudes samt Halle an der Hubert-Wollenberg-Straße war sogar im Vorfeld der Ratssitzung eine Dringlichkeitsentscheidung der Fraktionsspitzen nötig: Für die Anschaffung von Küchen- und Sanitärcontainern wurden 150 000 Euro genehmigt. Das Gebäude an der Josef-Schappe-Straße soll bald belegt werden (die RP berichtete).

Bauarbeiten für den Lückenschluss der A 44 haben die Grünen auf den Plan gerufen: Hermann Pöhling fürchtet um Baustellenverkehr auch durch Homberg. Baudezerent Jochen Kral schloss aber solche Verkehre durch Wohngebiete kategorisch aus. Gerold Fahr, CDU- Fraktionsvize, konnte sich so etwas auch nicht vorstellen: "Völlig ausgeschlossen." So etwas müsse mit der Stadt Ratingen abgesprochen werden. Die A 44 war auch Thema im zeitgleich tagenden Verkehrsausschuss der Stadt Heiligenhaus.

Es gibt auch in Krisenzeiten noch gute Nachrichten. So freute sich Bürgermeister Klaus Pesch in der jüngsten Ratssitzung über einige Gebührensenkungen für die Bürger. So sinkt der Preis für Niederschlagswasser ab dem kommenden Jahr um sieben Prozent auf 93 Cent pro Quadratmeter. Und auch Strom und Gas werden günstiger. In Sachen Flüchtlingsstrom jagt jedoch eine Hiobsbotschaft die nächste: Innerhalb kürzester Zeit musste der Rat zweimal Sonderausgaben genehmigen.

Nicht nur Immobilienbesitzer, sondern auch Mieter dürften sich darüber freuen, dass die städtischen Gebühren für Straßenreinigung, Abfallentsorgung und Schmutzwasser auch in Zeiten ständiger Preiserhöhungen unverändert bleiben.

Wie bereits berichtet, geben die Stadtwerke Ratingen die gesunkenen Gaspreise an die Kunden weiter. Bekanntlich ist der Gaspreis - warum auch immer - an den Ölpreis gebunden. Wegen des derzeitigen Überangebotes auf dem Weltmarkt sind die Ölpreise aber seit längeren Zeit im steilen Sinkflug. So müssen die Energieversorger nun endlich auch beim Gas reagieren - bei Ölpreissteigerungen sind sie meist schneller.

Die neuen Preise im Einzelnen: Bei Kleinverbrauchern (bis 3.449 kWh/Jahr) sinkt der Gaspreis in der Grundversorgung zum 1. Januar 2016 auf 8,81 Cent pro kWh. Das entspricht einem Minus von 3,1 Prozent. Ab 4.350 kWh/Jahr sinkt der Preis auf 5,89 Cent pro kWh - das ist immerhin ein Minus von 4,6 Prozent. Bei einem Haushaltsverbrauch von 20.000 kWh/Jahr ergibt sich somit eine Ersparnis von 57,12 Euro pro Jahr.

Ebenso wird der Strompreis in der Grundversorgung um 1,4 Prozent auf 26,6 Cent pro kWh gesenkt. Und: Erstmals zahlen Gewerbekunden, die bislang höhere Tarife hatten, den gleichen Preis wie Privatkunden. Das dürfte den Wirtschaftsstandort Ratingen weiter stärken.

Der feste Leitungspreis wird für Privatkunden und Gewerbekunden nun ebenfalls einheitlich festgelegt auf einen mittleren Preis von 92,82 Euro pro Jahr.

Quelle: RP
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