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Heiligenhaus
Rat rechnet mit weiteren Flüchtlingen

Heiligenhaus: Rat rechnet mit weiteren Flüchtlingen
FOTO: Achim Blazy
Heiligenhaus. Die Verwaltung soll jetzt weitere mögliche Unterbringungen sowie einen Neubau prüfen. Von Sandra Kreilmann

Mit einer Gedenkminute für den kürzlich verstorbenen ehemaligen Bürgermeister Hermann Schwarze eröffnete Bürgermeister Jan Heinisch die Ratssitzung am Mittwoch. Reichlich Gesprächsstoff gab es für die Ratsmitglieder vor allem bei Punkt 8, den Flüchtlingsangelegenheiten. Zwei Anträge wurden hierbei zusammengeführt: Neue Finanzierungsmöglichkeiten für einen Neubau durch die KfW veranlassten die CDU zu ihrem Antrag, die bereits erstellten Pläne für einen Neubau an der Friedhofsallee prüfen zu lassen. Ergänzt wurde dieser Antrag durch das Ansinnen der SPD, weitere Möglichkeiten zur Unterbringung von Flüchtlingen durch die Verwaltung prüfen zu lassen. "Das ist ein Thema, das uns langfristig beschäftigen wird", sagt CDU Fraktionschef Ralf Herre. "Umso wichtiger ist es, die Konzepte auf die Gegebenheiten anzupassen."

Hier setzt auch die SPD an, Fraktionschef Peter Kramer: "Der ungebremste Zustrom der Flüchtlinge setzt die Kommunen unter Druck. Gelder, die der Bund angekündigt hat, kommen nur langsam da an, wo sie gebraucht werden." Es sollen weitere Immobilien geprüft werden, Privatwohnungen ebenso wie leerstehende Gewerbeflächen, in denen bei Bedarf Flüchtlingen Obdach geboten werden könne. Auch das Gelände des Bundeswehrdepots an der Talburgstraße bringt Kramer ins Gespräch.

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Die Landesunterkunft in der ehemaligen Sportfeldschule sorge derzeit noch dafür, dass die kurzfristigen Zuweisungen für die kommunale Unterbringung derzeit nicht erfolgten. Doch das Land steht unter Druck, im Hauptausschuss nannte Bürgermeister Heinisch das einen "Zustand der operativen Hektik". Die Zahlen der Landesunterkunft werden den Heiligenhausern zugerechnet, jedoch vom Land finanziert. Lothar Nuthmann von den Grünen erklärt: "Wir sehen hier gewaltige Unterschiede in der Unterbringung, der Kontrast liegt quasi gegenüber." Die 24-Stunden-Betreuung der Landesunterkunft stehe da einer "deutlich verbesserungswürdigen" Unterbringung an der Ludgerusstraße entgegen. In der Bürgerfragestunde bedauerte Helmut Stypa vom Bürgerverein "Am Hanholz" erneut die schlechte Kommunikation zwischen Anwohnern und Stadt. "Bisher konnten wir die Unterbringung in Sporthallen vermeiden. Das bleibt unser Ziel. Es besteht zur Zeit kein akuter Handlungsbedarf für weitere Unterbringungsmöglichkeiten." Er rechnet nicht so bald mit weiteren Zuweisungen für Heiligenhaus. Das sehen die Rats-Fraktionen "weniger optimistisch". Sie rechnen ob der hohen Flüchtlingszahlen doch mit plötzlichen Zuweisungen und wollen gewappnet sein. Heinisch erklärte, die Verwaltung habe auch für diesen Fall Möglichkeiten. Der Prüfauftrag für weitere Unterbringungsmöglichkeiten wurde nun noch einmal bekräftigt. Was einen möglichen Neubau an der Friedhofsallee betrifft, sagte Stefan Okon (WAHL), dass der Standort Friedhofsallee für integrative Konzepte aufgrund seiner Abgelegenheit nur schwerlich geeignet sei. Ein weiterer Antrag der SPD beinhaltete die Frage nach Betreuung und Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern. Gemeinsam mit der VHS Velbert/Heiligenhaus hat wurde ein Integratives Handlungskonzept ausgearbeitet, das nun in den Gremien diskutiert werden soll. Ziel ist es, so Heinisch, die Asylbewerber in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Firmen sind aufgerufen, sich zu beteiligen.

Quelle: RP
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