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Ratingen
Rathaus-Projektleiter verlässt Ratingen

Ratingen: Rathaus-Projektleiter verlässt Ratingen
Die Tage von Lutz F. Kalkstein, Projektleiter in Sachen Rathaus-Neubau, sind offenbar gezählt. Er soll nach Gelsenkirchen wechseln. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Die städtische Personalnot wird immer größer. Lutz F. Kalkstein zieht es nach Gelsenkirchen. Von Norbert Kleeberg

Bürgermeister Klaus Konrad Pesch geht das Fachpersonal aus. Und die freien Flächen auf dem Stellen-Tableau werden immer größer. Da kommt der Vorschlag der CDU-Fraktion, zusätzliche Stellen im Baubereich einzurichten, für den Verwaltungschef zur Unzeit. Bereits im Haupt- und Finanzausschuss hatte der Jurist und Diplom-Kaufmann deutlich gemacht, was er von dieser Initiative hält: nichts! Er habe als Bürgermeister die Organisationshoheit in der Verwaltung, es könne nicht sein, dass man "mir da hineinpfuscht". Das zentrale Problem liege bei der Neubesetzung freier Stellen.

Salopp formuliert: Interessierte Ingenieure rennen Pesch nicht gerade die Bude ein. Im Gegenteil: Seit längerer Zeit sind zentrale Positionen vakant, so zum Beispiel die Leitungsstellen im Planungsamt. Doch damit nicht genug. Ludwig Vennhoff, der stellvertretende Leiter des Amtes für Gebäudemanagement, wechselt auf eine Stelle in seinem Wohnort Hattingen, die schlechter dotiert ist. Lutz F. Kalkstein, der Rathaus-Projektleiter, wird eine Amtsleiterstelle in Gelsenkirchen übernehmen, wenn der dortige Rat in seiner Sitzung am 7. Juli grünes Licht geben sollte. Es sieht so aus, als ob Pesch diese Stelle nicht mehr besetzen, sondern extern vergeben wird. Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass der Aderlass im Rathaus eklatant ist.

Jochen Kral, der Technische Beigeordnete, braucht dringend mehr fachliche Unterstützung, doch die ist weit und breit nicht in Sicht. Was also tun? Die Bürger Union unterstützt die CDU-Initiative, Grüne, FDP und SPD stehen dem Antrag der Christdemokraten sehr distanziert gegenüber. Tenor: Der Bürgermeister muss wissen, was er zu tun hat, zusätzliche Stellen machen keinen Sinn.

Ist Ratingen einfach nicht attraktiv genug für akademisch ausgebildete Spezialisten? Pesch hatte in einem früheren RP-Gespräch betont, dass die Verwaltung und die Stadtwerke mit der hundertprozentigen Tochter KomMITT gravierende Probleme haben, freie Stellen zu besetzen. Es sei in der Tat so, dass Ingenieure und Architekten auf dem freien Markt weitaus besser dotierte Angebote vorziehen - was durchaus verständlich ist. Dass Ratingen in einzelnen Branchen einen schlechten Ruf hat, will Pesch so nicht stehenlassen. Man habe attraktive Jobs anzubieten, die Stadt habe viel Entwicklungspotenzial. Und auch der finanzielle Hintergrund ist im Vergleich mit anderen Kommunen des Kreises nicht der schlechteste. Dies ist der Ansatz für den Vorstoß der CDU, die in einem aktuellen Antrag vorschlägt, Personal punktuell aufzustocken - zum Beispiel im Planungsamt, im Tiefbauamt und im Amt für Gebäudewirtschaft. Geld sei da, die Lage des städtischen Haushaltes habe sich trotz großer Belastungen stabilisiert.

Der Fraktion geht es vor allem darum, Sanierungsmaßnahmen an Schulen (Beispiel Carl Friedrich von Weizsäcker-Gymnasium) und Planungsvorhaben (Beispiel Neubau einer Tiefgarage an der Hans-Böckler-Straße) zu forcieren. Das größte Sorgenkind der Verwaltung ist der Bereich Bauen, Planen und Grundstücksmanagement.

Aus Sicht der CDU-Fraktion steht fest, dass an bestimmten Stellen der Verwaltung deutliche Kapazitätsengpässe bestehen, "die eine zeitgerechte Abarbeitung der Projekte verhindern", meinten die Fraktionsspitzen Ewald Vielhaus und Gerold Fahr.

Quelle: RP
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