Ratingen Bau der Umgehung K10n verzögert sich

Ratingen · Die Anwohner im Ratinger Süden warten bislang vergeblich auf eine Lösung der Verkehrsprobleme. Die Stadt hat nun den Gutachter gewechselt.

 Die Neanderstraße gleicht einem Hindernisparcours. Die Anwohner befürchten um eine Zunahme des Verkehrs, wenn die K10n gebaut wird. Nach einem Treffen mit Bürgermeister Klaus Pesch hat dieser die alten Pläne einkassiert. Ein Verkehrsgutachten soll nun eine Lösung aufzeigen.

Die Neanderstraße gleicht einem Hindernisparcours. Die Anwohner befürchten um eine Zunahme des Verkehrs, wenn die K10n gebaut wird. Nach einem Treffen mit Bürgermeister Klaus Pesch hat dieser die alten Pläne einkassiert. Ein Verkehrsgutachten soll nun eine Lösung aufzeigen.

Foto: Achim Blazy

Wie ist der aktuelle Stand beim Thema Ausbau der K10n in Ratingen Süd? Thomas Seel, Anwohner der vom Durchgangsverkehr arg gebeutelten Industriestraße, stieß bei Anfragen bei Stadt und Politik zuletzt auf verschlossene Türen. Die Zwickmühle bei der K10n, die zwischen K10/Neanderstraße und Mettmanner Straße gebaut werden soll, um vor allem die Industriestraße zu entlasten: Sie würde das eng bebaute Nadelöhr auf der Neanderstraße zwischen Formerstraße und Voisweg zusätzlich belasten - die dortigen Anwohner sind vor Jahren bereits auf die Barrikaden gegangen. Bürgermeister Klaus Pesch hatte danach die Uralt-Planungen einkassiert und neue Lösungen versprochen. Die K10n soll nun im Rahmen des Verkehrskonzeptes Ost behandelt werden.

 Hier soll die K10n münden: Das würde die Industriestraße entlasten.

Hier soll die K10n münden: Das würde die Industriestraße entlasten.

Foto: Blazy Achim

Seel: "Seit 2014 frage ich immer wieder einmal bei unseren örtlichen Kommunalpolitikern nach dem Stand des Bauvorhabens der Straße K10n nach. Zu Beginn meiner Anfragen konnte man mir noch sagen, was für die Zukunft beim Bau geplant sei. Aber bei meinen aktuellen Anfragen hat man mich auf den §24 der GO NRW verwiesen. Weitere Auskünfte waren Fehlanzeige." Im gesagten Paragrafen heißt es unter anderem: "Jeder hat das Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen schriftlich mit Anregungen oder Beschwerden in Angelegenheiten der Gemeinde an den Rat oder die Bezirksvertretung zu wenden." Seel will aber weder eine Anregung noch eine Beschwerde einreichen - er will einfach nur wissen, wie es weitergeht. Aber auch seine persönliche Anfrage im März bei Bürgermeister Pesch sei bislang unbeantwortet geblieben: "Können Sie mir bitte den aktuellen Stand und den Termin der Fertigstellung für das Bauvorhaben nennen?"

Die Antwort auf diese Frage hätte auch Marion Weber, CDU-Ratsfrau, gerne mal gehört. Das Thema Verkehr in Ost steht bei ihr auf jeder Tagesordnung im Bezirksausschuss Mitte. Klar sei: Auch der Bau der K10n komme im Verkehrskonzept Ost vor. Auf ihre jüngste Nachfrag habe Baudezernent Jochen Kral allerdings über einen Wechsel des Gutachters gesprochen. Ursprünglich, so Weber, sollte das Verkehrsgutachten Ende 2017 vorgelegt werden. Nun fürchtet sie, dass es noch länger dauern könnte.

Klar sei aber: "Es muss bei der K10n eine gute Lösung mit den Anwohnern der Neanderstraße gefunden werden." Sie seien bereits durch den Verkehr zu stark belastet. Bekanntlich wird auf dem Teil der Neanderstraße, die zu beiden Seiten bebaut ist, wechselnd geparkt. Ein Durchkommen ist manchmal sehr schwer. Oft quält sich auch Schwerlastverkehr hindurch: Die Vermutung liegt nahe, dass bei Autobahnstaus die Navigationsgeräte diese Strecke als Umleitung empfehlen.

Nach aktuellem Stand stehen Haushaltsmittel ab 2018 als Verpflichtungsermächtigung im Haushalt zur Verfügung, so Christian Stollenwerk vom Büro Bürgermeister. Die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Maßnahmen seien allerdings noch zu schaffen: "Im Zuge der Etatberatungen 2018/19, die im Herbst 2017 beginnen, können hoffentlich konkretere Angaben zum Zeithorizont der Maßnahme gemacht werden."

(JoPr)
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