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Ratingen
Ratingen hat jetzt neun neue "Stadterklärer"

Ratingen. Der geborene Ratinger weiß, wer mit wem und wenn nicht, warum. Der gelernte Ratinger hingegen kann im Tratsch-Metier ein bisschen mitreden, sieht seine Wissensgebiete eher im historisch belegbaren Faktenschatz. Von Gabriele Hannen

Und nun gibt es eine neue Gruppe von neun informierten Ratingern, die sich in einigen morgendlichen und drei siebenstündigen Workshops über die Dumeklemmerstadt schlau gemacht haben. Sie dürfen nun, nach einer Prüfung, die "Qualifikation Stadterklärer/innen" führen.

Das Konzept wurde von einem Expertenteam des Landesverbands der Volkshochschulen von NRW aufgesetzt und ist grundsätzlich bundesweit anzuwenden; denn - egal wo - sollten Stadtführungen methodisch gescheit und spannend gestaltet sein, damit die Teilnehmer nicht im Laufe des Spaziergangs erst gähnen und dann gehen.

Ruth Anna Wenzler, die vor zwei Jahrzehnten (sehr gut, fast Ratingerin) hierher gezogen ist, die erst in Lintorf und dann in Alt-Ratingen heimisch wurde, gehört zu den erfolgreichen Teilnehmern des Kurses. Bei ihr traf das Weiterbildungsangebot der Volkshochschule auf einen vorbereiteten Geist: "Egal, wo ich für mehr als einen Tag bin - ich suche mir immer eine Stadtführung und auch ganz gleich, ob wir in Deutschland verreisen oder im Ausland sind". Sie weiß also schon mal, wie es geht und wie Führungen für alle Spaß machen. Aber so eine schlaue Person, die über die Historie Bescheid weiß und die Entwicklung einer Stadt genug sagen kann, die muss auch wissen, ob und wie eine Gruppe versichert ist. Und kann sich Gedanken darüber machen, wie man an einer Führung teilnimmt, wenn man seinen Rollator vor sich herschiebt oder seinen Kinderwagen. Und: Wie man Erklärungen quer durch die Stadt okay findet, wenn man sonst auf der Oberstraße vornehmlich mit dem Skateboard unterwegs ist.

VHS-Frau Alexandra Fuhr hatte als Referenten Achim Schräder geworben, der als langjähriger Dozent die erwachsenenpädagogische Vermittlung erklärte, dazu Kulturamtsleiterin Andrea Töpfer, die sehenswerte Orte ansteuerte und aus dem Nähkästchen manches vermittelte. Die sieben Teilnehmerinnen und zwei Teilnehmer erarbeiteten schriftlich das Konzept einer eigenen Stadtführung, erfuhren, wo und wie sie Recherche machen, das Stadtarchiv zu Rate ziehen können. Die Buchautorin Irena Bischoff schließlich, Kommunikations-Trainerin und VHS-Dozentin, wusste, wie man Stimme, Auftreten und Körpersprache einsetzt.

Im ersten Halbjahr sind schon neun Stadtführungen mit den bewährten Kräften terminiert.

Quelle: RP
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