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Ratingen
Die Umgehung wird neu geplant

Ratingen Neanderstraße: Die Umgehung wird neu geplant
Die Umgehungsstraße K10n (rot) würde die Industriestraße entlasten, aber mehr Verkehr auf die Neanderstraße im Süden führen. FOTO: Stadt Ratingen
Ratingen. Anwohnerproteste von der Neanderstraße hatten Erfolg: Die Betroffenen werden um ihre Anregungen gebeten. Von Joachim Preuss

Süd Lange Zeit war es ruhig um den Bau der geplanten K10n, der Umgehungsstraße zwischen Mettmanner Straße und Neanderstraße. Wie berichtet, hatte es im vergangenen Jahr eine Initiative der Anwohner der Neanderstraße gegeben, die befürchten, dass ihr "Nadelöhr" durch die Umgehung vollends verstopfen könnte. Bürgermeister Klaus Pesch versprach, die komplette Planung noch einmal aufzurollen. Planungsdezernent Jochen Kral wird an zwei Terminen Bedenken und Anregungen der Betroffenen annehmen.

Rückblende: Bei der Planung der K10n war die Stadt nicht wirklich vorangekommen. Sie sollte ursprünglich vor der Eröffnung des Esprit-Outlets am Voisweg fertig sein, um die erwarteten Verkehrsströme entlang der Bahnstrecke abzuleiten. Die Kleingartenanlage sollte dafür Parzellen abgeben, aber auch einem Grundstücksbesitzer wurde die Straße durch den Garten gezeichnet.

Nadelöhr Neanderstraße: Die Anwohner fürchten sich vor einer Zunahme des Verkehrs, wenn doe Umgehung K10n gebaut wird. Die Stadt will eine umfassende Verkehrsuntersuchung in Auftrag geben. FOTO: Achim Blazy

Der zog vor den Kadi, bekam Recht und kippte im Rahmen der Normenkontrolle den B-Plan Ost 367 "Voisweg". Die Stadt, so die Verwaltungsrichter, hatten auch den näheren Bereich der Umgehung überplanen wollen. Das jedoch sei nicht zulässig gewesen. Die Aufstellung eines neuen B-Planes allein für die K10n wurde dann 2014 vom Rat beschlossen.

Doch sind noch nicht einmal die Vorplanungen für die Trasse abgeschlossen. Die Befürchtungen der Neanderstraßen-Anwohner kamen erst im vergangenen Jahr hinzu. Sie waren durch Äußerungen im jüngsten Kommunalwahlkampf hellhörig geworden. Deren Bedenken sollen ins neue Planverfahren einfließen.

In einem Schreiben an Ingrid und Josef Winnekens, Initiatoren des Protestes, geht Pesch sehr ausführlich auf die Historie der Planung ein. Schon bei einem längeren Gespräch im vergangenen Jahr hatte sich Pesch aufmerksam die Bedenken der Anwohner angehört und versprochen, die komplette Planung auf den Prüfstand zu stellen: An der Neanderstraße wehrt man sich dagegen, dass ihrer Meinung nach nur die Industriestraße entlastet werden soll. Doch die zusätzlichen Verkehre seien ihrer teilweise extrem engen Straße nicht zuzumuten.

Ein angedachtes Parkverbot dort sei Anwohnern und Kleingärtnern schon gar nicht zuzumuten, so Josef Winnekens damals. Anwohner Dirk Brüning verwies auch auf die problematische Breite der Gehwege: Rollstuhlfahrer kämen nicht durch. Und: Beim Begegnungsverkehr wichen Lastwagenfahrer schon mal auf die Gehsteige aus. Der Lkw-Verkehr habe seit Einführung der Maut erheblich zugenommen, da sind sich alle Anwohner einig.

Pesch betont, dass die Stadt derzeit eine umfassende Verkehrsuntersuchung in Auftrag gebe: Darin soll ausdrücklich auch die Situation der Neanderstraße berücksichtigt und nach Lösungen gesucht werden.

Eine Bürgerversammlung im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung schließt Pesch für dieses Jahr aus, weil die Planungen noch nicht abgeschlossen sind.

Dafür bot er die beiden Gesprächstermine bei Kral an, die Ende November und Anfang Dezember stattfinden sollen. Die Winnekens wollen dabei sein, teilten sie den übrigen Anwohnern mit.

Quelle: RP
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