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Brandserie in Ratingen
"Das ist kein Jugend-Gag, sondern eine Straftat"

Schäden nach der Brandserie in Ratingen
Schäden nach der Brandserie in Ratingen FOTO: Joachim Preuß
Ratingen. Nach der Brandserie in Ratingen in der Nacht hat die Polizei keine neuen Hinweise auf die tatverdächtigen Jugendlichen. Sie warnt aber vor den Folgen solcher Brandstiftungen. 

Mehrere Zeitungsstapel, mehrere Müll- und Papierbehälter brannten in der Nacht in der Ratinger Innenstadt. Die Zeitungsstapel brannten in der Tiefgarage der Stadthalle, die angezündeten Container stehen an der Talstraße, am Karl-Mücher-Weg, an den Straßen Am Schützenbruch, Gerhardstraße, Plättchesheide sowie an Düsseldorfer Straße und Marggrafstraße.

Bislang gibt es wenige Hinweise auf die vier Jugendlichen, die in der Nähe eines Brandorts gesehen wurden. "Jugendlich und sportlich" lautet die Beschreibung der Tatverdächtigen. Das macht es der Polizei nicht leicht, die Personen zu ermitteln, sagte Ulrich Löhe, Sprecher der Polizei Mettmann, am Mittwoch.

Derartige Brandserien sind keine Seltenheit in der Region. Das bestätigt auch der Polizeisprecher. Erst zu Beginn des Jahres gab es eine Reihe von Brandstiftungen in Erkrath, der oder die Täter sind bis heute nicht ermittelt.

Dass die Brandstifter Jugendliche sind, hat die Polizei schon häufiger erlebt. "Da ist jugendlicher Übermut dabei, vielleicht Langeweile, und wenn es beim ersten Mal klappt, dann bekommen die Täter Spaß daran", sagt Löhe. Er betont aber: "Brandstiftung ist kein Jugend-Gag, sondern eine Straftat."

Einen dramatischen Fall gab es in Ratingen 2008: Zwei damals 16 und 17 Jahre alte Schüler hatten auf der Friedrich-Mohnstraße vor einem Einfamilienhaus Papiertonnen angezündete – das Haus brannte vollständig nieder, eine Bewohnerin wurde gerettet.

Jugendliche seien sich nicht im Klaren, dass sie sich mit solchen Aktionen ihre Zukunft verbauen könnten, so der Polizeisprecher. Sollte ein Brand eines Papierkorbs auf ein Gebäude übergreifen, gehe es nicht mehr nur um Sachbeschädigung. Solche Fälle der Brandstiftung können eine Gefängnisstrafe nach sich ziehen, die Höchststrafe liegt bei zehn Jahren.

Nach "sportlichen Jugendlichen" werde die Polizei in Ratingen in den kommenden Tagen die Augen offen halten. Ob die Brandserie weitergeht, wird sich zeigen. Im Moment wagt die Polizei dazu keine Prognose. "Wir kennen die Täter nicht und wir können die Motivation nicht einschätzen", so Polizeisprecher Löhe.

Hinweise nimmt die Polizei in Ratingen weiterhin unter Telefon 02104/9981-6210 entgegen.

 

(lis/jopr)
 
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