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Analyse
Stadt steht vor Superwahljahr 2017

Ratingen steht vor Superwahljahr 2017: Jan Heinisch ist Landtagskandidat der CDU
Jan Heinisch hat in seinem Bürgermeisterbüro alle Hände voll zu tun. Trotzdem entschloss er sich kurzfristig, als Nachfolgekandidat für den CDU-Landtagsabgeordneten Wilhelm Droste anzutreten. Die erste Hürde ist genommen. FOTO: A. Blazy
Heiligenhaus. Bürgermeister Jan Heinisch ist Landtagskandidat der CDU. Sollte er den Wahlkreis direkt gewinnen oder über Landesliste in den Landtag einziehen, muss er sein Bürgermeisteramt niederlegen. Darauf müssen die Ratsfraktionen zügig reagieren. Von Paul Köhnes und Wolfgang Schneider

Viel Zeit blieb Bürgermeister Jan Heinisch am späten Freitagabend nicht, um seine durchaus überzeugende Kür zum Landtagskandidaten für die CDU im Norden des Kreises Mettmann zu feiern: "Wir haben bis in den späten Abend zusammen gesessen, es musste eine Menge unterschrieben werden", erzählte der Verwaltungschef am Morgen danach.

Worum es in der Runde mit den Parteigremien sicher nicht ging, war dabei die Zukunft im Heiligenhauser Rathaus. Die in nächster Zeit zu managen, dürfte aber nicht einfach sein. Sollte Heinisch gewählt werden, muss ein neuer Bürgermeister gewählt werden.

Doch wer soll es machen? Darüber spricht noch keiner, allerdings soll jetzt zumindest Fahrt in eine Neubesetzung der Stelle von Harald Flügge kommen, der die Verwaltung als Technischer Beigeordneter im Sommer gen Bergisch Gladbach verlassen hatte. "Eigentlich teilen der Kämmerer und ich uns diese Aufgaben, um Kosten zu sparen. Aufgrund der neuen Entwicklungen müssen wir dieses Modell aber überdenken und auch mit der Kommunalaufsicht sprechen, ob wir die Stelle eventuell doch früher als gedacht neu besetzen", so Heinisch im Gespräch mit unserer Zeitung. Das Risiko, dass Beck plötzlich Mitte Mai ganz alleine da steht, will niemand eingehen.

Die SPD am Ort will sich nach der Heinisch Kandidatenkür um das Thema "Bürgermeisterwahl" kümmern. Wie Vormann Ingmar Janssen gegenüber unserer Redaktion sagte. Wobei viele Terminfragen noch offen sind. Immerhin könnte es so aussehen, dass in Heiligenhaus ein Superwahljahr 2017 ansteht: Mit Dezernenten- und Bürgermeisterwahl auf kommunaler Ebene, der Landtagswahl im Mai und der Bundestagswahl im Herbst.

Klar ist aber auch allen Beteiligten, dass derzeit von einer sicheren Ausgangslage nicht die Rede sein kann. Problematisch an der Suche nach einem neuen Bürgermeister dürfte die Tatsache werden, dass dies bloß ein Kandidat auf Abruf werden kann. Wird Heinisch nicht direkt gewählt und sein Listenplatz, der im November festgelegt wird, reicht am Ende nicht, bleibt er nämlich in Heiligenhaus. Schafft er es dagegen, wird alles recht schnell gehen. Denn innerhalb von sechs Wochen nach der Wahl tritt dann der neue Landtag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen - mit dem Landtagsabgeordneten Dr. Jan Heinisch. "Spätestens zu diesem Zeitpunkt kann ich nicht mehr Bürgermeister sein", sagte er. Offen ist derzeit, ob eine Bürgermeisterwahl parallel an einem Wahlsonntag im Herbst stattfinden kann - oder ein weiterer Termin zu finden wäre.

In den sozialen Netzwerken gab es übrigens sehr viel Zuspruch und Anerkennung für den frisch Gewählten, den das freute: "Das ist natürlich eine schöne Sache, wenn die Bürger gratulieren." Überhaupt habe er überwiegend positive Resonanz erhalten, die Nachfolge von Dr. Wilhelm Droste anzutreten, der nach 22 Jahren im Landtag seinen Rücktritt erklärt hatte.

Quelle: RP
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