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Heiligenhaus
Ratinger Firma zieht in alten Obi-Markt

Heiligenhaus: Ratinger Firma zieht in alten Obi-Markt
FOTO: Blazy Achim
Heiligenhaus. Seit einem Jahr steht das Gebäude an der Pinner Straße leer. Jetzt ist ein Käufer und Nutzer gefunden, der Dienstleister PST. Von Stefan Mülders

Schon viele Jahre war die Obi-Immobilie zwischen Velberter und Pinner Straße in Heiligenhaus ein kleiner Problemfall. Lange Zeit zwar verpachtet aber ungenutzt, dann wenige Jahre wieder vom entsprechenden Baumarkt aus der Nachbarstadt belebt und seit Herbst vergangenen Jahres doch wieder leerstehend, wünschten sich Eigentümer und Stadtverwaltung eine nachhaltige Lösung für eine der größten Gewerbeflächen in Hetterscheidt. Die scheint nun gefunden.

Siegfried auf dem Graben aus Mettmann, bisheriger Eigentümer, konnte die Immobilie an die PST GmbH verkaufen. Der Ratinger Service-Dienstleister will mit seinen rund 70 Mitarbeitern bald nach Heiligenhaus umziehen und noch weiter wachsen. Derzeit laufen Umbauarbeiten auf dem Gelände. "Es war absoluter Zufall, dass ich nach langer Zeit ohne geeignete Anfragen plötzlich innerhalb von 24 Stunden gleich zwischen drei Kaufinteressenten wählen konnte", sagt auf dem Graben. Neben PST (Professional Support Technologies) hatten ein Autohaus und ein Unternehmen, das Flächen für automobilnahen Service wie Glaseinbau und -reparatur oder Waschanlagen vermarktet. Für den Mettmanner Autohändler wäre die eigene Branche am naheliegendsten gewesen, die ehemalige OBI-Immobilie wäre dann Zwischenlager für zahlreiche Fahrzeuge geworden. "Aber ich habe mich mit der Wirtschaftsförderung und dem Bürgermeister abgestimmt. Die Zusammenarbeit lief über all die Jahre ganz hervorragend, es wurde stets versucht, im Rahmen der Möglichkeiten alle Wünsche zu realisieren. Da bin ich dann auch gerne den Vorstellungen der Stadt gefolgt." Klar, dass der Interessent mit den meisten Arbeitsplätzen da das Rennen gemacht hat.

"Die OBI-Immobilie begleitet mich seit meinen ersten Tagen als Wirtschaftsförderer in dieser Stadt", erinnert sich Peter Parnow. "Und ich bin sehr froh, dass wir hier endlich eine langfristige und gute Lösung gefunden zu haben scheinen." Man sei sich früh mit Eigentümer auf dem Graben einig gewesen, dass eine weitere Nutzung als Baumarkt keine gute Perspektive haben würde. Unter anderem die Praktiker-Insolvenz vor einigen Jahren hatte dafür gesorgt, dass es ausreichend leerstehende Gebäude in der Branche gab und gibt. "Mit PST haben wir ein interessantes Unternehmen für die Stadt gewinnen können, das durch den After-Sales-Service in der Elektronikbranche noch gute Wachstumschancen hat", sagt Parnow. Insgesamt sei das auch für Hetterscheidt eine gute Entwicklung. Das neu erschlossene Gewerbegebiet im Südosten des Stadtteils befindet sich in der Entwicklung und für die Dörrenhaus-Brache ist auch eine Lösung mit überwiegender Wohnbebauung gefunden, wo zumindest der Abbruch der alten Gebäude deutlich sichtbar vorangeschritten ist.

Die PST GmbH als Neueigentümer wird das Gelände auch selbst nutzen. Der Breitscheider Weg in Ratingen bietet nicht mehr genug Platz und die rund einjährige Suche im gleichen Stadtgebiet war erfolglos geblieben. "Wir waren nicht nur auf der Suche nach einem größeren Standort, sondern benötigten auch Potenzial für spätere Anbauwünsche", sagt Salvatore Rocco, Vertriebsleiter und Prokurist bei PST. "Wir wollen weiter expandieren und haben uns daher sehr gefreut, in Heiligenhaus eine geeignete Fläche und Immobilie mit Gestaltungsmöglichkeiten gefunden zu haben."

Der Umzug wird allerdings nicht auf einen Tag genau festgelegt sein. Die Abteilungen ziehen nach und nach an die Pinner Straße, sind bisher in Ratingen auf mehrere Gebäude verteilt. Wann genau die ersten Mitarbeiter von Heiligenhaus aus arbeiten, hängt auch vom Fortgang der Umbauarbeiten im Komplex ab.

Die Professional Support Technologies GmbH ist Dienstleister für Hersteller, Importeure und Handelsunternehmen im Bereich Unterhaltungselektronik, Notebooks und PC - im sogenannten After-Sales-Service, also nachdem ein Gerät gekauft wurde. Wer sein defektes Smartphone oder Notebook reparieren lassen will, hat gute Chancen, bei einem PST-Callcenter zu landen.

Quelle: RP
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