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Projekt
Ratinger Rampe hilft den Kunden

Projekt: Ratinger Rampe hilft den Kunden
Rollstuhlfahrerin Alina Huerkamp hat die Ratinger Rampe schon einmal getestet. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Das Projekt "Ratinger Rampe" wird auf die komplette Innenstadt ausgeweitet. Geschäftsinhaber erhalten eine finanzielle Unterstützung. Von Norbert Kleeberg

Für Alina Huerkamp war es eine willkommene Premiere im September des vergangenen Jahres. Erstmalig schaute sie sich im Geschäft Toskana auf der Bechemer Straße in Ruhe um. Ohne die Ratinger Rampe wäre es für die Rollstuhlfahrerin unmöglich gewesen, den Laden von innen zu sehen. Denn eine Stufe ist für sie normalerweise ein unüberwindbares Hindernis - und dieses Problem kennen viele andere Menschen in der Stadt.

Es startete also ein Pilotprojekt, das der Werbering City-Kauf und das Innenstadtbüro forsch vorantreiben wollen. Bei einer ersten Erhebung im Innenstadtkern hatte man festgestellt, dass rund 70 Geschäfte über keinen barrierefreien Eingang, aber mindestens über eine bis drei Treppenstufen verfügen. Diese Höhenunterschiede kann man in der Regel durch eine mobile Rampe ausgleichen, wie Anna Schwengers vom Innenstadtbüro zu berichten wusste. In Göttingen laufe dieses Modell bereits mit Erfolg, erklärte sie.

Und die Rampe soll dazu beitragen, dass neue Zielgruppen die Geschäfte in der Innenstadt erreichen können. "Es war schon ein bisschen schwierig, die Rampe heraufzufahren", berichtete Huerkamp, "die Rampe ist relativ kurz, dies bedeutet, dass man eine höhere Steigung nehmen muss."

Es gebe auch Modelle in einer längeren Version, berichtete Schwengers, die sich darüber freute, dass Martina Waschull vom Geschäft Toskana den Anfang in Sachen Rampe gemacht hat. Waschull hatte in ihrem früheren Geschäft in der Kornsturmgasse etwas Ähnliches angeboten, doch "diese Rampe war damals einfach zu schwer". Das neue Modell lässt sich leicht zusammenklappen und transportieren.

Die Rampe, die auf der Bechemer Straße exemplarisch eingesetzt wurde, hat eine Breite von 79 Zentimetern und kann ein Gewicht von maximal 400 Kilogramm auffangen.

Jochen Kral, der Technische Beigeordnete, lobte die Zusammenarbeit zwischen Innenstadtbüro und Kaufmannschaft. "Dieses Projekt ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer generationengerechten und barrierefreien Innenstadt", betonte der Planungsdezernent.

Man rechnet damit, dass sich rund 20 Geschäfte diesem Projekt anschließen werden. "Das wäre schon ein Erfolg", betonte Manuela Kessler, die Citykauf-Vorsitzende. Das Innenstadtbüro koordiniert Ideen und Projekte, die von privaten Akteuren entwickelt werden. Diese Initiativen können über den sogenannten Verfügungsfonds im Zusammenhang mit "Intek" (Integriertes Handlungskonzept Ratingen Zentrum) gefördert werden - und zwar mit einem Zuschuss von bis zu 50 Prozent. Nun will man das Projekt in der Innenstadt ausweiten. Die Kosten für die Anschaffung der Rampe müssen nicht von den Gewerbetreibenden oder Dienstleistern alleine getragen werden.

Die Anschaffungskosten für die Rampe schwanken je nach notwendigem Höhenausgleich zwischen 243 Euro (90 cm lang, 79,5 cm breit) und 273 Euro (120 cm lang, 79,5 cm breit) zuzüglich Mehrwertsteuer.

50 Prozent der Anschaffungskosten übernimmt der Verfügungsfonds. Das bedeutet konkret: Die Gewerbetreibenden/Dienstleister zahlen nur 122 bis 137 Euro (zuzgl. MwSt.).

Die Umsetzung wird vom Innenstadtbüro in Kooperation mit dem City-Kauf Werbering Innenstadt Ratingen organisiert.

Quelle: RP
 
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