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Ratingen
"Ratschlag gegen Rechts" will Bürger mobilisieren

Ratingen. Um die Wahl weiterer rechtspopulistischer Machtinhaber zu vermeiden, einigten sich die Teilnehmer des 3. "Ratschlags gegen Rechts" am Montagabend in Hildener Rathaus darauf, die Bürger im Superwahljahr 2017 mit Aktionen "wachzurütteln". Von C. Segovia-Buendia

"Viele Protestwähler werden sich der Konsequenzen nicht bewusst sein, die es mit sich bringt, rechtspopulistische Parteien zu wählen", sagte André Bär. Der 27-Jährige Vorsitzende des Vereins "Mettmann gegen Rechts - Für Menschenwürde" setzt sich seit drei Jahren für ein tolerantes Miteinander ein und ist besorgt über die Entwicklung der steigenden Verrohung der Gesellschaft, die er ausgemacht haben will. Auch die 22 Teilnehmer des 3. "Ratschlags gegen Rechts", ein runder Tisch für interessierte und engagierte Bürger des Kreises, die sich am Montagabend im Hildener Rathaus versammelten, bedrückt die Situation zunehmend: "Es wird immer salonfähiger, sich rassistisch zu äußern", sagte einer der Anwesenden und nahm dabei auch Bezug auf den kürzlich gewählten US-Präsidenten Trump. "So etwas wie in unserer Geschichte, darf uns in Deutschland nicht noch einmal passieren": Das war einheitlicher Tenor der Runde. Überlegungen, wie der Kreis der Engagierten vergrößert werden könnte und welche Aktionen sich in allen zehn Städten des Kreises realisieren lassen, wurden geteilt. Die einen würden die Jugend einbinden wollen, die anderen dagegen sahen eher bei einer anderen Altersklasse Handlungsbedarf: "Es sind doch eher die Menschen mittleren Alters und Ältere, die hetzen", hieß es.

Teilnehmer Rainer Köster, Sprecher des Kreisverbands der Linken in Mettmann, äußerte: "Ich würde mir eine überparteiliche Veranstaltung zur Landtagswahl wünschen zum Thema Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus und ihre Auswirkungen auf unsere Demokratie." Eine Podiumsdiskussion mit den Landtagskandidaten des Landkreises oder mit Gesellschaftsvertretern aus Gewerkschaft und Kirchen, Professoren und renommierten Referenten wurde angedacht, sowie die Einrichtung eines Meinungsforums mit Bürgern. "Vielleicht hätte auch eine Mahnwache, die gleichzeitig in allen Städten stattfindet, eine wichtige Signalwirkung", warf eine Teilnehmerin ein. Das waren allesamt Ideen, an denen der Ratschlag weiter arbeiten will, um im nächsten Jahr seine Kampagnen öffentlichkeitswirksam aufzuziehen. "Ich bin sehr zufrieden, wie der dritte Ratschlag gelaufen ist", sagte am Ende André Bär.

"Es wurde sehr kontrovers diskutiert und Meinungen wurden ausgetauscht, die uns in unserem Bestreben weiterbringen werden." Im Februar will der Verein zu einem vierten Ratschlag einladen. In welcher Stadt des Kreises, ist allerdings noch offen.

Quelle: RP
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