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Ratingen
Raumausstatterin, die auch Kleider ändern kann

Ratingen. Manchmal braucht es mehr als einen ordentlichen Job und ein Dach über dem Kopf, bis man bei sich angekommen ist. Bis dann kann auch schon mancher Geburtstag gefeiert sein. Evagelia Van Gool ist jetzt angekommen, ist glücklich, ausgeglichen, zufrieden und 40 Jahre alt. Sie wohnt in Alt-Ratingen, sie arbeitet in Lintorf, hat Teile ihrer Seele und auch ihrer Verwandtschaft in Griechenland. Dabei ist sie, wie schon ihre Eltern, in Deutschland geboren, in Essen. Von Gabriele Hannen

Heimische Gespräche und zusätzlicher Unterricht bescherten ihr sehr ordentliche Kenntnisse der griechischen Sprache, die Realschule ebnete den Weg in eine Raumausstatter-Ausbildung. Die machte ihr sehr viel Spaß. Sie fand eine Anstellung in Ratingen, wo sie eine Menge lernte und dazu auch noch das, was man braucht, um Kunden so zu beraten, dass sie auch bei der Auswahl ihrer Einrichtung glücklich sind. Sechs Jahre blieb sie hier.

In Düsseldorf gab es dann eine Teilhaberschaft in einem Einrichtungsgeschäft; Eva hatte Spaß an der Kreation von Lebensräumen für Kinder. Mit Möbeln, die mitwachsen, mit einer Gestaltung, die einem sich ändernden jugendlichen Lebensgefühl anpasst. Dann gab es eine Kehrtwendung: Die Mutter kehrte aus familiären Gründen nach Griechenland zurück, die Tochter übernahm deren Änderungsschneiderei. Es schien alles in Ordnung zu sein. Doch es war eben nicht ein selbst aufgebautes und organisiertes Geschäft - zudem ein ganz anderes Metier. Eva entwickelte eine etwas spröde Zuneigung zum Nähen. Es fügte sich schließlich, dass die Mutter wieder in Ratingen leben und arbeiten wollte und Eva erneut zu neuen Ufern streben konnte. Sie baute sich in Lintorf eine Änderungsschneiderei auf, die mehr und mehr Fensterdekoration anbietet.

Inzwischen war nämlich die harmonisierende Ergänzung in ihr Leben getreten, wenn man Gert Van Gool mal so nennen mag. Er fehlte einfach. Und nach gut fünf Jahren trauter Zweisamkeit wurde in diesem Sommer auch geheiratet, immer noch traut. Was wunder, dass der Ehemann begeistert meint: "Sie hat ein so großes Herz - sie ist einfach großherzig. Und sie liebt Familienleben".

Das hört sich wirklich so an, als wenn ihre häufige gemeinsame Arbeit im Geschäft reibungslos verläuft. Sie misst und näht und gestaltet und berät, er kümmert sich um die Anpassung von Insekten-, Sonnen- und Pollenschutz. Und gemeinsam gehen sie zu Fortbildungen - wobei die nicht nur ums Berufliche kreisen, um Gardinen und allerlei Systeme. Sie machen sich auch schlau, wenn es um die Gesundheit geht. Und dafür tun die beiden eine Menge - zumindest, wenn es sich ums Ernähren dreht.

Quelle: RP
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