| 00.00 Uhr

Heiligenhaus
Rettungsschwimmer feiern Ostsee-Jubiläum

Heiligenhaus: Rettungsschwimmer feiern Ostsee-Jubiläum
Das Einsatzboot "AK41" geht auf Kontrollfahrt. Weil es noch im Schwimmerbereich vor der Küste bei Kühlungsborn ist, müssen die Bootsleute paddeln, bevor sie mit Motorkraft weiterfahren dürfen. FOTO: DLRG
Heiligenhaus. Für die Heiligenhauser DLRG-Teams ist es der 25. Sommereinsatz am Strand von Kühlungsborn. Von Paul Köhnes

Die Eigenwerbung des Ostseebades Kühlungsborn verströmt beim ersten Lesen einen jahreszeitlichen Retro-Schick: "Beobachten Sie die Natur beim Frühlingserwachen! Kühlungsborn und seine Gastgeber freuen sich auf Sie!" Das ist bis in diese Tage hinein an prominenter Stelle der Homepage zu lesen. Aus Heiligenhaus kommen den Sommer über sehr spezielle Stammkunden - und das bereits zum 25. Mal. Streng genommen ist es für die Rettungsschwimmer der DLRG ein Stück Arbeit, aber die Strandbewachung hat auch ihre entspannenden Seiten. Seit 1991 sind die Heiligenhauser Lebensretter im Ostseebad Kühlungsborn regelmäßig im Einsatz.

Dieses Jahr machte sich als erster Torsten Groenewold auf die Fahrt. Er kam, berufsbedingt, schon im Mai an die Ostsee - fast noch zeitig zum Frühlingserwachen. Zehn Grad Wassertemperatur, Zwölf Grad Lufttemperatur - da hielten sich die Dienstpflichten am Strand in Grenzen. Groenewold war mit fünf weiteren Wachgängern auf den beiden Hauptwachen eingesetzt. So kamen immerhin 52 Wachstunden für ihn zusammen. Große Einsätze gab es bei diesen Temperaturen auch nicht. Außer einem Unfall auf der Strandpromenade, bei dem ein Kind mit dem Fahrrad eine Frau angefahren hatte und diese dann stürzte. Hier war der Einsatz eines Krankenwagen notwendig. W eitere Notfälle gab es nicht.

Die nächsten Wachgänger aus Heiligenhaus waren Tanja Verhoeven, Laura Hüskes, Tobias Freiburg, Michael Rückels und Michael May , die in Richtung Ostseebad unterwegs waren. Sie brachten es laut eigener Statistik auf insgesamt 566 Wachstunden am Strand. Einen ernsthaften Notfall hatten die Rettungsschwimmer nicht, Erste-Hilfe-Maßnahmen waren in diesen Tagen eher selten. Mal ein Pflaster gegen kleinere Wunden hier und da. "Wir hoffen, dass es in diesem Jahr auch dabei bleibt", so Michael May, der mit für die Wachleitung zuständig war. 2014 gab es bei oft starkem Seegang mehrere tödliche Badeunfälle an der deutschen Ostseeküste. Dieses möchten die Lebensretter in diesem Jahr nicht nochmals mitmachen.

In der Vorsaison war auch nur ein Rettungsboot, "Adler Kühlung 41" oder kurz AK41 an der Hauptwache 3 in Kühlungsborn-Ost im Einsatz. Es ist ein neues, gebrauchtes Boot, das dieses Jahr in Dienst genommen wurde. "Jetzt ist es mit dem Trailern auch nicht mehr so schwer wie mit dem alten Boot," erklärte Michael Rückels. Früher mussten drei bis vier Rettungsschwimmer das Boot ins Wasser und aus dem Wasser ziehen, heute kann dies mit zweien gemacht werden. Denn das neue (alte) Boot hat keinen Führerstand mehr, sondern es wird mit Pinne gefahren. Die Leistung des neuen Außenborders wurde auf 15 PS begrenzt, dass für das Rumkurven vor der Küste ausreicht. Allerdings gibt es beim Fahren bei Seegang ein Problem: Das Boot kann zu hecklastig werden (durch den Motor und den Bootsführer), dadurch kann Wasser hinten ins Boot laufen. Da bei Einsatzfahrten immer ein Bootsführer und ein Bootsgast (Rettungsschwimmer) im Boot sind, muss sich der Bootsgast in den Bug postieren, um das Boot auszutrimmen und so eine Gleitfahrt zu schaffen. Dabei kann sich der Bootsgast dann doch mal den einen oder anderen blauen Fleck abholen.

Für zwei Heiligenhauser gab es dann noch ein besonderes Event: ihre Ostseetaufe. Tanja Verhoeven und Laura Hüskes sind das erste Mal zum Wasserrettungsdienst an die Küste gefahren. Traditionell werden Neulinge der Rettungswache getauft. Beide mussten - so etwas gehört zum denkbaren Aufgabenkatalog bei dieser Gelegenheit - mit ABC-Ausrüstung ausgestattet, über den Strand an die Wasserkante rennen. Dort war bereits ein Rettungsbrett geparkt, mit dem sie dann eine Buhne umrunden mussten. Während die Rettungsschwimmer an der Ostsee ihr Jubiläum begingen, waren die daheimgebliebenen DLRGler nicht untätig. Sie vermelden für das abgelaufene Jahr ihrerseits einen Rekord. Geschäftsführer Michael May berichtet voneinem Zehnjahres-Höchststand bei der Rettungsschwimmer-Ausbildung.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Heiligenhaus: Rettungsschwimmer feiern Ostsee-Jubiläum


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.