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Ratingen
Rote Funken bauen das Dach des Kornsturms aus

Ratingen: Rote Funken bauen das Dach des Kornsturms aus
Das Dachgeschoss des Kornsturms wird von den Roten Funken hergerichtet. Gaby Stefes, Rudolf Mertens und Michael Droste (v.l.) sind startbereit. FOTO: blazy
Ratingen. Der letzte der drei Festungstürme wird nun komplett ausgebaut: Die Funken Rot Wiss, 1. Ratinger Traditionsgarde, haben das Geld jetzt zusammen, im Juli geht es los. Funken-Chef Michael Droste hatte Ende November 2013 die Pläne vorgestellt, um die oberste Etage unter anderem als Archiv und Museum zu nutzen. Von Joachim Preuss

Die Geldbeschaffung hat etwas gedauert: Von der NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege gibt es 30 000 Euro, von der Stadt die gleiche Summe und die Funken selbst steuern mindestens 20 000 Euro und viel Eigenleistung bei. Funken-Chef Michael Droste freut sich: "Das passt prima zum Turm-Jubiläum in diesem Jahr." Denn der Turm sei in der Niederschriften erstmals 1460 erwähnt worden - macht 555 Jahre.

Rückblick: Im Jahre 1989 haben die Funken den Kornsturm übernommen und Keller und Erdgeschoss renoviert. In den Keller, dort ist die Toilette untergebracht, gelangt man nur, wenn der runde Tisch in der Mitte per Seilzug angehoben wird. Es muss also Einigkeit herrschen in der kleinen Runde. Eine Mini-Küche passte unten noch rein, das war's. Schon der recht schmale Eingang könnte für etwas beleibtere Personen schwierig werden. Vorstandssitzungen will Droste künftig nach oben verlagern, ins kleine Museum. Auch unter dem Dachjuchhe ist der Platz nicht unbegrenzt: Dort passen 16 Leute rein, mehr sei nicht erlaubt, so Droste. Aber standesamtliche Trauungen seien beispielsweise möglich. Und Führungen würden weiterhin angeboten, klare Sache. "Eine kurze E-Mail reicht, wir schließen dann auf", so Drostes Angebot. Schulklassen seien schon dort gewesen und auch Firmen, die ihren internationalen Gästen ein wenig Stadtgeschichte aus erster Hand zeigen wollten. Doch wie auch im Trinsenturm und im Dicken Turm gilt an der Wallstraße: "Keine Partys, keine Junggesellenabschiede."

Aus Sicherheitsgründen muss zur Parkseite hin ein Fenster ins Gemäuer gehauen werden: als Fluchtweg, wenn die Feuerwehr dort eine Leiter anstellt. Das wird die einzige von außen sichtbare Änderung sein, versichert Droste: "Wir wollen das Denkmal ja nicht verschandeln." Man sei schon froh, dass nicht noch eine zweite Treppe vorgeschrieben worden sei. So reicht der existierende nachgebaute Wehrgang aus.

"Original" ist der Festungsturm ohnehin nicht komplett: Droste erinnert sich, dass der damalige Stadtdirektor Dr. Alfred Dahlmann einen "Kranz" auf den Turm setzen ließ und darauf die heute noch sichtbare Haube. Ursprünglich habe es keine Haube gegeben, ebensowenig wie beim Dicken Turm an Turmstraße. Den hatten zuletzt die Jonges ausgebaut und sich dafür zahlreiche Tipps bei ihren närrischen Kollegen geholt.

Das Haubendach bleibt nun natürlich erhalten. Im Innern wird es isoliert, aber der Blick auf das recht imposante Stützgebälk ist noch möglich, so Droste. Mit dem Denkmalamt habe man "sehr gut" zusammengearbeitet. Es habe Ortstermine mit Stiftung, Stadt, Denkmalamt und Bezirksregierung gegeben. Die bis ins Detail fertigen Pläne seien für die Anträge nötig gewesen, so könne man nun praktisch sofort beginnen. Die beiden Anträge an Stadt und Stiftung seien genau aufeinander abgestimmt worden: Beide Zusagen waren von der jeweils anderen abhängig. Für den kommenden Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss am Dienstag, 16. Juni, hat die Verwaltung eine Aufhebung des Sperrvermerks über den städtischen Zuschuss vorgeschlagen, nachdem die Stiftung ihrerseits zugesagt hatte. Damit sind die Mittel freigegeben. Eine Zustimmung zur Vorlage 142/2015 gilt als Formsache. Droste rechnet mit Fertigstellung im Herbst, die große Eröffnungsfeier soll im kommenden Jahr stattfinden. Infos: www.rotefunkenratingen.de.

Quelle: RP
 
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