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Ratingen
Sängerin begeistert Kinder für die Oper

Ratingen: Sängerin begeistert Kinder für die Oper
FOTO: Blazy, Achim (abz)
Ratingen. Musikpädagogin Ekaterina Sergatschewa hat mit der Höseler Zauberflöte bewiesen, wie gut frühe Förderung klappt. Von Gabriele Hannen

Sie ist zart, aber zäh - wenn man denn Durchhaltevermögen und zielgerichtete Beständigkeit als Eigenschaften bezeichnen möchte, denen dieses Adjektiv zugeschrieben werden kann. Sie - das ist Ekaterina Sergatschewa, 1969 in St. Petersburg geboren, als es noch Leningrad hieß, ausgebildete Sängerin, Musikpädagogin, Motor für eine große Zahl von Kindern, die bei ihr die ersten musikalischen Töne lernen. Zuletzt hat sie das Projekt "Zauberflöte" in Hösel auf die Bühne gebracht, bei dem auch abgeschlossene oder hochsemestrige Folkwang-Studenten mit großem Erfolg aufgetreten sind. Als Kind hat ihr Vater schon gern mit ihr gesungen, "Das waren so Partylieder, mit denen ich dann bei Feiern groß rausgekommen bin". Die erwachsene Sängerin kichert, als sie an diese Zeit denkt. Die wurde recht schnell beendet und von äußerst professionellem Klavierunterricht abgelöst. Mit 18 Jahren jedenfalls war sie fertige Lehrerin an einer Musikschule.

Dann folgt eine Lern- und Liebesgeschichte mit wechselnden Personen und Orten, mit hoher Emotionalität, beständigem Wunsch, sich stets und gut weiter zu bilden. Vorabgesagt: Inzwischen ist sie angekommen - in der Musik, in ihrer Beschäftigung, beim Mann ihres Herzens, und das alles in Hösel.

Also - erst übersiedelte sie mit einem Musiker aus St. Petersburg nach Deutschland, vervollkommnete ihre Musikkünste und anerkannten Qualifikationen in Köln an der Musikhochschule, studierte Musiktheorie, Gehörbildung, gab Klavierunterricht und erfüllte bis 2011 einen Lehrauftrag.

Und immer war ein deutsches Wörterbuch dabei. Hinter ihr stand eine hilfsbereite deutsche Familie, die sie kennen-, hoch wertschätzen und zum Teil auch lieben gelernt hatte. Zudem hatte sie eine russische Freundin, "zu der ich erst einen feinen Freundschaftsfaden gesponnen habe, der sich dann aber mit ihr und anderen zu einem stabilen Netz fügte", so Ekaterina Sergatschewa. Als sie zwei Jahre mit Veit Kronberger verheiratet war, wurde bei ihr eine als nicht heilbare Variante der Borreliose diagnostiziert. Sie konnte nicht mehr singen, kämpfte sich durch alle möglichen Therapien. Letztlich war es ein alternativer Weg, der sie heilte und nicht nur kurierte. Auch hier blieb sie zäh, war tapfer und irgendwie auch sicher, dass sie außer der Gesundung noch vieles schaffen würde.

Es ging auch weiter mit dem Haus, das die Eheleute selbst aus- und umbauten. "Ich kann Bagger fahren und Laminat verlegen" erklärt die Musikerin. Sie kann allerdings auch Begabungen in Kindern aufspüren und, wenn es denn mit Musik machbar ist, selbige fördern.

Musikalität beruht nämlich einerseits auf einer besonderen Begabung, und Fortgeschrittene kommen auch nicht ohne kognitive Erkenntnisse und Fähigkeiten aus. Andererseits hat sie in weiten Bereichen ihre Basis in Fähigkeiten und Fertigkeiten im psychomotorischen Bereich. Und auch die lassen sich bereits auf den frühesten Entwicklungsstufen fördern, sind sogar für andere Lebensbereiche nützlich.

Sie möchte mehr und mehr ihre Hoffnung verwirklichen, dass sich die Oper jedem erschließt, dass Menschen, durch die "Liebe" zu den Klängen, in jungen Jahren entfacht, keine Hürden überwinden müssen, wenn es um klassische Musik geht. Und auch in dem Bestreben ist sie beharrlich, wenngleich durch ein liebenswürdiges Wesen befähigt und durch mancherlei Künste ausgezeichnet. Und wie läuft das so zu Hause mit der Musik? Der Ehemann bekennt: "Ich habe keine Ahnung vom Klavierspiel. Aber beim Auftritt, wenn es also ernst wird - da bin ich begeistert". Musik berührt also im tiefsten Inneren.

Quelle: RP
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