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Heiligenhaus
Schüler diskutieren über Industrie 4.0

Heiligenhaus: Schüler diskutieren über Industrie 4.0
Firmenchef Daniel Gäpler aus Spröckhövel erläuterte den Gesamtschülern, wie sehr die Digitalisierung die Geschäftswelt verändert. FOTO: Achim Blazy
Heiligenhaus. In der Projektwoche an der Heiligenhauser Gesamtschule mit Schwerpunkt "Berufswahl" sprachen Oberstufenschüler mit Firmenchef Daniel Gäpler über Digitalisierung in der Wirtschaft. Von Henry Kreilmann

Digitalisierung - was ist das eigentlich? Diese Frage stellten sich gestern 30 Gesamtschüler der EF-Stufe (frühere 11) sowie der Sprockhöveler Firmenchef Daniel Gäpler (35). Im Rahmen der Gesamtschul-Projektwoche, die sich schwerpunktmäßig mit der Berufswahl beschäftige, begaben sie sich erstmals auf die Suche nach Antworten und Zukunftsperspektiven, in einer Welt, die immer mehr ins digitale verlagert.

Und eines ist sicher, wie Schülerin Ellen zusammen fasst "Digitalisierung hat Auswirkungen auf das ganze Leben und das von uns allen." Besonders spannend waren dabei die unterschiedlichen Blickwinkel auf einen Begriff, der den Alltag gestaltet. Noch wurden die Stichworte dazu auf einer analogen Tafel gesammelt, doch Smartboards, also interaktive, digitale Tafeln sind auf dem Vormarsch. Eines der Stichworte: Onlinekriminalität.

Gäpler, als Firmenchef eines mittelständischen Betriebs hat damit ganz eigene Erfahrungen: "Es ist uns passiert, dass unsere Dateien gekapert wurden und uns eine Lösegeldforderung ins Haus flog. Gott sei dank konnten wir auf ein Backup zurückgreifen, also eine Sicherung unserer Dateien, aber die Arbeit eines ganzen Tages, die noch nicht gesichert war, war dahin. Die Gefahr ist real."

Einblicke, die die Schüler in der Form noch nicht kannten. Denn Vorteile wie online einkaufen und online bezahlen, das gehört zu den Vorteilen für den Nutzer. "Wir haben etwa so Begriffe wie B2B oder B2C gelernt, davon hatte ich noch nie gehört", erzählen die Schüler. Begriffe, die die Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen untereinander oder mit den Kunden definieren. Für die Wirtschaft sei diese neue Aufstellung der Geschäftswelt eine Herausforderung, nicht umsonst sprechen Experten von einer digitalen Revolution im Ausmaß der industriellen Revolution. Vor allem die Geschwindigkeit der Entwicklungen macht Firmenchefs regelrecht Angst: "Die Veränderungen in den letzten fünf Jahren sind einfach krass. So schnell kommen wir einfach nicht mit", so Gäpler mit Blick auf riesige Online-Giganten.

Eine Berufswelt, in die die Schüler bald entlassen werden. In der Schule ist das Thema jedoch bisher kaum präsent: "Das hier ist der einzige Kurs, wo man das Thema so behandelt hat, und wo man auch so in die Tiefe gegangen ist", sagen die Schüler. "Eigentlich trägt die Schule aber nicht unbedingt Schuld daran, es steht nun einmal nicht im Lehrplan", findet Micah. Und Maurice fügt an: "Wem das Thema in der Oberstufe wichtig ist, muss sich dann auch für die richtige Schule entscheiden, wo es auch behandelt wird." Jahrgangsstufenleiter Christian Lohmann sieht das differenzierter: "Ich halte es für sehr wichtig, dass die Schüler sich bewusst mit dem Digitalen auseinander setzen, auch in der Schule. Schließlich geht es um entscheidende Fragen ihrer Zukunft."

Quelle: RP
 
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