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Heiligenhaus
Schüler passen nicht mehr in den Bus

Heiligenhaus. Die Fahrt zur Schule wird zum Roulettespiel. Gibt es noch Stehplätze im Bus, oder ist der bereits überfüllt? Einige Schüler kamen nicht mehr mit. Die Rheinbahn verspricht, nach den Ferien einen zusätzlichen Bus einzusetzen. Von Marita Jüngst

Wenn morgens der Bus der Linie 770 zur Haltestelle "Operilp" kommt, ist er oft schon voll. Voll mit Schülern, die zu den weiterführenden Schulen in der Innenstadt oder zur Suitbertus-Grundschule wollen. Auch die beiden Töchter von Familie Bruckhoff nutzen die Linie 770 regelmäßig. Doch seit dem Tag, als sie wegen Überfüllung nicht mehr in den Bus kamen und an der Haltestelle zurückgelassen wurden, werden sie, wenn Klausuren anstehen, vorsichtshalber mit dem Auto gebracht. Die Töchter der Familie Bruckhoff sind nicht die einzigen Schüler, die morgens vergeblich versuchten, noch in den Bus zu kommen.

Seit dem Ende der Sommerferien habe sich die Situation zugespitzt, sagt Jutta Bruckhoff. Im Schuljahr zuvor habe es das Problem so nicht gegeben. Die Eltern aus den westlichen Stadtteilen wie Grün Selbeck nahmen Kontakt zur lokalen Politik und zur Rheinbahn auf. Die nahm die Hinweise der Eltern Ernst. Mitarbeiter stiegen mit in die Busse. Nach internen Überlegungen und Analysen steht nun fest: "Nach den Herbstferien wird morgens ein weiterer Gelenkbus eingesetzt", sagt Eckhard Lander, Sprecher der Rheinbahn. Woran es liegt, dass der Bus morgens überfüllt ist, lässt sich laut Lander nicht so einfach beantworten. "Das Problem ist wie immer vielschichtig." Da seien zum einen die Schüler, die nicht nach hinten durch rückten und ihre Tornister auf dem Rücken ließen statt sie zwischen die Beine zu stellen. Ein witterungsbedingter Umstieg der Kinder vom Fahrrad auf den Bus, gestiegene Schülerzahlen an den Schulen, die möglicherweise nicht an die Rheinbahn weitergegeben wurden, aber auch Busfahrer, die nur eine Tür öffneten und so für Stau sorgten, seien mitverantwortlich für die Situation.

Der Rheinbahn sei jedoch daran gelegen, das Problem zu beheben, "denn die Schüler sind die Kunden von morgen", sagt Lander. Und deshalb wird nach den Herbstferien ab dem 5. November um 7.16 Uhr ein Gelenkbus auf der Strecke eingesetzt, der vor dem regulären Bus um 7.28 Uhr fahren wird.

Für die Schüler hatte sich auch die Politik in Heiligenhaus eingesetzt. Stefan Propach, Sprecher der CDU-Ratsfraktion, erklärt: "Im Verkehrsausschuss wurde die Problematik erneut zur Sprache gebracht." Die CDU-Ratsfraktion habe zusätzlich angeregt, mit der Rheinbahn über Abfahrtzeiten und die Position der Haltestellen zu sprechen sowie den gesamten Schulbusverkehr einer Überprüfung zu unterziehen. "Wir begrüßen, dass sich die Rheinbahn noch mal mit den Sorgen der Eltern und Schüler beschäftigt hat", freut sich der CDU-Sprecher über die Entwicklungen.

Eltern und Schulen wurden bereits über die zusätzlichen Fahrten nach den Herbstferien informiert. Zudem sind die neue Abfahrtzeiten demnächst auf der Internetseite der Rheinbahn abrufbar. Im November wird sich dann zeigen, ob das zusätzliche Platzangebot dann auch die Situation entschärft.

Quelle: RP
 
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