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Ratingen
Schule feiert ihren Geburtstag international

Ratingen. Als Knaben- und Mädchenschule gegründet, blickt die heutige Friedrich-Ebert-Realschule auf 60 Jahre Geschichte zurück. Von Valeska von Dolega

Jede Zeit hat ihre Herausforderungen. Für das Kollegium der Friedrich-Ebert-Schule (FES) liegen die aktuell darin, ein knappes Duzend Inklusionskinder, 21 junge Flüchtlinge aus der sogenannten Willkommensklasse sowie weitere 20 Kinder Asylsuchender zu beschulen. Aus dem einst als städtische Realschule für Knaben und Mädchen gegründeten Lehranstalt ist seit der Umbenennung 1966 die Friedrich-Ebert-Schule geworden.

"Und die ist immer am Puls der Zeit", wie die stellvertretende Direktorin Simone Richter und Kollegium sich einig sind. Waren es zu Zeiten der inzwischen pensionierten Kunstlehrerin Dr. Marlene Baum noch musische Fächer, auf denen der Schwerpunkt lag, sind es jetzt die Mint-Fächer, auf die sich der Fokus richtet. "Das sind Anforderungen, die die Berufswelt stellt", weiß Simone Richter, selbst für Deutsch, Kunst und praktische Philosophie zuständig. Und getreu dem alten Spruch, nicht für die Schule, sondern für Leben zu lernen, bildet das FES-Kollegium aus. "Jenseits der Potenzialanalyse haben wir ein enges Netzwerk zu Firmen und Verbänden, um Unterrichtsgänge in Betriebe und Praktika zu ermöglichen." Um zeitnah eine Mint-Zertifizierung zu erhalten, warten die FESler auf die Fertigstellung des neuen Technikraums und wollen die Kooperation mit der Uni Essen verstärken, wie Christina Trumpfheller, für die Fächer Mathe und Bio zuständig, erzählt.

Davon hat die Vereinigung der Freunde und Förderer der Realschule, die sich im März 1953 formierte, nichteinmal geträumt. Hubert Rath und seine Mitmacher setzten sich nur für die Gründung der "Städtischen Realschule für Knaben und Mädchen" ein, deren Leitung im Gründungsjahr 1956 Paul Hagen übernahm. Maria Bächler und Herbert Lehmann waren die ersten Lehrer. Im März 1963 verließen 56 Schüler , die Mittlere Reife in der Tasche, die junge Schule.

Egal, an welche Veränderungen sich Musik- und Französischlehrerin Brigitte Löhrer, sie ist seit 18 Jahren an der FES, erinnern - der größte Sprung vollzog sich 2009 mit dem Wechsel zum Halbtag zum Ganztag - "die enge Bindung der Schüler an ihre Schule ist geblieben". Fritz Knevels bestätigt das auf ganz besondere Art. Der vormalige Konrektor, 2012 pensioniert, kennt die FES nicht bloß als Englisch-, Erdkunde- und Sozialwissenschaftslehrer. Er war selbst Schüler und startete in der 6b. "Am Gymnasium war ich damals gescheitert, hier absolvierte ich eine erfolgreiche Schulzeit", bilanziert der Pensionär. Als er nach Abitur, Lehramtsstudium und Referendarszeit 1973 an die Realschule Angerland (später Werner-Heising-Realschule) kam, war er stolz. "Das hat alles nur funktioniert, weil 'meine' Realschule mich so motiviert und gestärkt hat." 1983 wechselte er zurück an "seine" Penne. "Meine alte Klassenlehrerin Frau Löffler gehörte noch zum Kollegium. Das war eine tolle Begegnung." Zum Anekdotenschatz gehört ebenso die Erinnerung an "schöne Feste". Sie wurden anlässlich der Verabschiedung von Kollegen gegeben, fanden anlässlich des traditionellen Tags der offenen Tür statt oder folgten auf Projektwochen. Ein Meilenstein ist das mittelalterliche Fest, das im Kontext des städtischen 725-Jahr-Festes gefeiert wurde. Til Eulenspiegel, Jonglage und ein Referat über die dunkle Seite der Macht, also die brutalen mittelalterlichen Strafen, gehörten ebenso zum Programm wie im Textilunterricht mit Kollegin Grünwald gestaltete Kostüme. "Da waren richtige Prinzessinengewänder dabei." Entsprechend der vielen Nationalitäten, in denen die aktuell 465 Schüler verwurzelt sind, wurde anlässlich des 60. Geburtstages ein Fest der Kulturen zelebriert. Mit Chorauftritten unter der Leitung Brigitte Löhrers, gleichzeitig maßgeblich für die Organisation des Festtages verantwortlich, tanz- und Trommelgruppen, einer Band und vielen Leckerein als Gaumenreise um die Welt bringen sich Schüler gerne für ihre Schule ein.

Quelle: RP
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