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Ratingen
Schule wartet weiter auf die Bautrupps

Ratingen: Schule wartet weiter auf die Bautrupps
Kabelsalat: Dieses Bild vom Flurbereich des Innenstadt-Gymnasiums sorgte in der Stadt für reichlich Gesprächsstoff. Peter Lausch, der stellvertretende Leiter der Schule, hatte im Rat auf den Sanierungsbedarf hingewiesen. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Eltern, Schüler und Lehrer am Carl Friedrich von Weizsäcker-Gymnasium verlieren so langsam die Geduld. Von Norbert Kleeberg

Die Politik erhöht den Druck auf die Stadt, denn die Sanierung des Carl Friedrich von Weizsäcker-Gymnasiums (CFvW) zieht sich weiter hin. Hintergrund: Eltern, Schüler und Lehrer verlieren so langsam die Geduld. "Dieser Unmut ist nur verständlich", sagt Margret Paprotta, schulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. "Deshalb wollen wir diesen Prozess konsequent begleiten." Mit einem entsprechenden Antrag forderte die CDU-Fraktion daher im vergangenen Schulausschuss, das Thema als Dauertagesordnungspunkt in jede Sitzung mit aufzunehmen - auch eine Art Denkzettel für die Stadt. "Die Sanierung des Gymnasiums ist eine der wichtigsten Aufgaben bei den Schulbauten in der Stadt. Wir möchten in jeder Sitzung über den Fortgang der Sanierung durch die Stadtverwaltung informiert werden." Der Antrag wurde einstimmig beschlossen. Anfang Mai hatte Dezernent Rolf Steuwe im Schulausschuss betont, dass man mit den Planungen im Zeitplan liege und detaillierte Gespräche mit der Schulleitung des Gymnasiums führen wolle. Danach werde man die Elternschaft sowie die Politik informieren.

"Die BU wird einem Vorhaben, die alten Pavillons wieder herzurichten, nicht zustimmen", teilte die Fraktion der Bürger Union mit. Diese sind seit Jahren erneuerungsbedürftig. BU-Sprecherin Nicole Mielke begrüßte, dass dringend notwendige Maßnahmen, die eine Nutzung einiger Räume im Obergeschoss bisher ausgeschlossen haben, gemäß Bericht der Schulleitung inzwischen abgeschlossen sind. Dazu gehört auch eine neue Fluchttreppe. Die Räume könnten nun sehr kurzfristig für den Unterricht eingeplant werden.

Seit vielen Monaten steht das Carl Friedrich von Weizsäcker-Gymnasium im Blickpunkt. Es geht um ordentliche Rahmenbedingungen für einen guten Unterricht. Doch die stimmen längst nicht mehr, wie Caissa Harms-Deil, die Vorsitzende der Schulpflegschaft, und ihre Mitstreiterinnen Silke Fettinger, Monika Steintjes-Ellrott und Susanne Reinfeld (allesamt vom Vorstand) in einem früheren Gespräch berichteten.

Der Vorstand der Schulpflegschaft hat festgestellt, dass die alten Pavillons bei Schülern längst eine Art Kult-Charakter erlangt haben. Dort gebe es eine besondere Unterrichtsatmosphäre, die man unbedingt bewahren will - und zwar in neuen Pavillons. Die sollen auch kommen, wie Jochen Kral, der Technische Beigeordnete, bereits vor Wochen angekündigt hat.

Fest steht: Das Gebäude der ehemaligen Elsa-Brandström-Schule wird so renoviert, dass dort zum Schuljahresbeginn 2017/2018 ein geordneter Schulbetrieb aufgenommen werden kann. Es gibt also dann mehrere hergerichtete Ausweichräume für Schüler des Gymnasiums. Die Schule habe über die reinen Renovierungen hinausgehende Wünsche geäußert, betonte Dezernent Steuwe. Er stellte schon vor einiger Zeit klar: "Diese Vorschläge können schon aus Gründen des zeitlichen Vorlaufs nicht alle bis zum Beginn des neuen Schuljahres umgesetzt werden."

Die Phase der Sanierung des Gymnasiums hat die Stadt fest im Blick. Man werde die Maßnahme wahrscheinlich in vier Bauabschnitte gliedern. "In der Spitze müssen bis zu 25 Klassen ausgegliedert werden", erklärte der Erste Beigeordnete - eine Herkulesaufgabe.

Für das Team um Caissa Harms-Deil ist klar: "Die Verwaltung muss jetzt handeln. Wir stehen ja auch im Wettbewerb mit anderen Schulen, auch deshalb brauchen wir und die künftigen Schüler Planungssicherheit". Man könne es auch anders ausdrücken, sagte Harms-Deil mit Blick auf vorrangige Maßnahmen: "Eine kleine Schule neu machen."

Peter Lausch, der stellvertretende Schulleiter, hatte im Rat eindringlich gewarnt: "Uns laufen die Schüler weg." Seine Schule benötige dringend einen klaren Sanierungsplan. Mittlerweile gebe es am Gymnasium sogar einen Ausschuss, der sich mit der Schaffung alternativen Schulraums beschäftigt.

Die Stadtverwaltung steht also mehr denn je unter Druck.

Quelle: RP
 
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