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Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Schulen brauchen dringend Hilfe

Ratingen. Schulen fühlen sich bei der Integration von Flüchtlingskindern allein gelassen. Nun hat die Politik eine Resolution verabschiedet: Das Land muss sich stärker einbringen.

An den Schulen rumort es - und zwar ganz gewaltig. Dies ist das unverblümte Fazit, das die Mitglieder des Schulausschusses auf ihrer jüngsten Sitzung ziehen mussten. Die Verwaltung hatte in einer Mitteilungsvorlage zunächst ein von den Politikern eher hoffnungsvoll aufgefasstes Bild der Situation an den Bildungseinrichtungen gezeichnet. Natürlich gebe es viel zu tun, es fehle auch an Personal, aber alles in allem erfülle die Stadt ihre Aufgaben, so der Tenor.

Anders sehen die Berichte aus den Schulen aus. Die größten Probleme: Dort fehlt es an Lehrern mit den erforderlichen Zusatzausbildungen, an einem adäquaten Förderumfeld, das einen Zusatzunterricht in Deutsch, aber auch in anderen Fächern der Schule sicherstellen kann.

Häufig sei auf Grund der individuellen Erlebnisse der Flüchtlingskinder keine zielführende Kommunikation möglich. Neben den traumatischen Ereignissen, die die neuen Schüler zu verarbeiten haben, sei aber auch eine fehlende Schulerfahrung Grund für Auseinandersetzungen. Gerade in diesen Situationen vermissen die Schulen eine Unterstützung durch multiprofessionelle Teams und Personen mit entsprechender Sprachkenntnis. Die Schulen sorgen sich, ob sie ihren Bildungsauftrag in der gewohnt zuverlässigen Weise überhaupt erfüllen können.

Was also tun? Auf diesen Missstand deutlich hinweisen und aktiv werden! In der vergangenen Ratssitzung hatte die CDU-Fraktion eine Resolution eingebracht, die in interfraktioneller Arbeit noch bearbeitet wurde. Am Ende stand eine Aufforderung an den Landtag und die Landesregierung, der alle Fraktionen zustimmen konnten. "Ohne aber Abstriche an den Forderungsinhalten vornehmen zu müssen," wie Margret Paprotta, schulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, unterstreicht.

Mit einstimmigem Votum wurde die Resolution nun vom Schulausschuss verabschiedet. "Die Verantwortung zur Ausstattung unserer Schulen mit Personal und Know-how steht in der gemeinsamen Resolution im Vordergrund", urteilt Ewald Geldmacher, schulpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. In der nächsten Zeit will man prüfen, ob das Land entschlossen handelt und die Forderungen der Resolution zumindest ansatzweise umgesetzt werden. Fakt ist: Die Schulen brauchen professionelle Hilfe - und zwar schnell.

Unlängst hatte Uwe Florin, der Leiter des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, Alarm geschlagen. Und dies völlig zurecht.

norbert.kleeberg@rheinische-post.de

Quelle: RP
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