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Heiligenhaus
Schullandschaft steht vor großem Wandel

Heiligenhaus: Schullandschaft steht vor großem Wandel
Das Immanuel-Kant-Gymnasium an der Herzogstraße ist vierzügig. FOTO: Achim Blazy
Heiligenhaus. Die Diskussion um die Zukunft der drei weiterführenden Schulen der Stadt beginnt. Ein Moderator soll kommen. Von Paul Köhnes

Der Umzug der Grundschule Regenbogen, die Zukunft der Konfessions-Grundschule in Isenbügel, Leerstände in Schulgebäuden - diese Themen bestimmten in den vergangenen Monaten Teile der politischen Diskussion in der Stadt. Nicht nur von Kostengesichtspunkten aus - der städtische Immobilienbestand in Sachen Schulen ist überdimensioniert - steht die Schullandschaft vor einem tiefgreifenden Wandel.

Inzwischen sind erste Pflöcke eingeschlagen. Ein Kernpunkt: Über die Zukunft der Grundschulen und der weiterführenden Schulen soll getrennt verhandelt werden. Die Grundlage für alle Überlegungen liefert ein Bericht der Gemeindeprüfer (GPA NRW) aus dem vergangenen Jahr. Eine Empfehlung darin ist unmissverständlich: "Mittelfristige Aufgabe einer Schulform im Sekundarbereich - unter Beachtung der Entwicklung in den Nachbarkommunen". Die Überlegungen hierzu beginnen jetzt.

Was Gesamtschule, Gymnasium und Realschule angeht, regt die Verwaltung vor weiteren Beratungen im Schulausschuss an, den GPA-Bericht durch die Schulleitungen der betroffenen Schulen auszuwerten zu lassen. Das soll durch einen externen Fachmann moderiert werden. "Wir sind in Gesprächen, die wohl in dieser Woche noch zu einem Abschluss kommen werden - aber wir sind noch nicht definitiv handelseinig", sagte der Beigeordnete Michael Beck. Die Verwaltung möchte einen pensionierten Schuldezernenten der Bezirksregierung Düsseldorf als Moderator. "Er ist Experte auf dem Gebiet der Qualitätsentwicklung an Schulen", so Beck weiter. Aufgabe des Moderators ist es zunächst, Kontakt zu den Schulleitungen von Gesamtschule, Gymnasium und Realschule aufzunehmen. Auch könnte bei Bedarf eine Analyse der Schulsituation der Nachbarstädte zusammengestellt und "erste fachliche Vorschläge erarbeitet werden, die eine politische Entscheidungsfindung unterstützen", so der Vorschlag.

Die Gesamtschule Hülsbecker Straße ist die jüngste der weiterführenden Schulen. FOTO: A. Blazy

Beck legt Wert darauf festzustellen, dass der externe Experte ohne Auftrag für eine bestimmte Verhandlungsrichtung an seine Aufgabe herangeht. Es sei zudem keineswegs ausgemacht, dass am Ende eines langen Prozesses eine Schulform weniger in der Stadt existieren werde. "Aber es ist schon so: Bei diesem Thema ist ein dickes Brett zu bohren."

Die Gemeindeprüfungsanstalt NRW (GPA NRW) hat die Stadt im Jahre 2014 im Rahmen der überörtlichen Prüfung geprüft. Neben der Auswertung der lokalen Situation vergleichen die Prüfer die Heiligenhauser statistischen Werte mit denen anderer Kommunen gleicher Größenordnung. Der dahingehende Prüfbericht ist in die Dezembersitzung des Rechnungsprüfungsausschusses eingebracht und dort beraten worden. Der Ausschuss hat daraufhin dem Rat empfohlen, diesen Bericht erstens noch einmal selbst zu beraten - was im Februar geschah - und zweitens die einzelnen Teilbereiche in die jeweils zuständigen Fachausschüsse zur weiteren Beratung und Beschlussfassung zu verweisen. Dies ist auch so geschehen.

Der Teilbereich Schule des GPA-Berichts beschäftigt sich neben den Schulstrukturen vor allem mit dem Flächenmanagement für Schulen und Turnhallen, den Schulsekretariaten und der Schülerbeförderung. Während die beiden letztgenannten Themenfelder ohne besondere Feststellungen lediglich mit einigen Empfehlungen schließen, mahnt die GPA im strukturellen Bereich dringend eine vertiefte Beschäftigung mit der Schul-und Gebäudelandschaft an.

Die Verwaltung empfiehlt, über Grundschulen einerseits, Sekundarbereich andererseits getrennt voneinander zu sprechen, weil sich engere Zusammenhänge jeweils nur innerhalb dieser Bereiche ergeben: Die Grundschulsituation steht bereits seit dem Umzugsantrag der Grundschule Regenbogen (Oberilp), deren Platzmangel am aktuellen Standort von der GPA bestätigt wird, zur Diskussion. Die Verwaltung empfiehlt hier eher allgemein, zunächst die Beratungen ergebnisoffen fortzusetzen und je nach Beschlussfassung dann zusätzliche Maßnahmen einzuleiten.

Quelle: RP
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