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Heiligenhaus
Schwarzarbeit am Hochschul-Neubau

Heiligenhaus: Schwarzarbeit am Hochschul-Neubau
30 Beamte des Hauptzollamts Düsseldorf waren auf der Baustelle im Einsatz. Wie lange die Ermittlungen noch andauern werden, ist ebenso offen wie die Frage, bei wie vielen Firmen Rechtsverstöße festgestellt wurden. FOTO: Zoll Düsseldorf
Heiligenhaus. Bereits am 10. November deckte der Zoll Verstöße auf. 84 Arbeitnehmer wurden befragt. Ermittlungen laufen noch. Von Paul Köhnes

"Für die 30 eingesetzten Kollegen vor Ort war das schon eine mittelgroße Angelegenheit", kommentiert Zoll-Pressesprecher Michael Walk gestern einen Einsatz des Hauptzollamts Düsseldorf auf der Baustelle des Campus Heiligenhaus an der Kettwiger Straße. Bei der Razzia am 10. November hatten die Beamten eine Reihe von Gesetzesverstößen festgestellt.

Der Zoll fasste sie gestern so zusammen: Bereits kurz nach Beginn der Kontrolle ergaben sich die ersten Verdachtsmomente auf Schwarzarbeit. Insgesamt kontrollierten die Zöllner 84 Arbeitnehmer auf der Baustelle und befragten sie nach ihren Beschäftigungsverhältnissen. Dabei ergaben sich folgende Beanstandungen: Ein Arbeitnehmer hielt sich illegal in Deutschland auf. Zwei Arbeitnehmer hatten die Aufnahme der Beschäftigung zum Zeitpunkt der Kontrolle noch nicht der Rentenversicherung gemeldet (sog. Sofortmeldeverstoß). Ein weiterer Beschäftigter war überhaupt nicht zur Sozialversicherung angemeldet. In vier Fällen besteht der Verdacht auf Scheinselbständigkeit. In weiteren fünf Fällen besteht der Verdacht auf einen Mindestlohnverstoß. Gegen zwei Arbeitnehmer wird wegen Leistungsbetrugs ermittelt, da sie trotz ihrer Arbeit auf der Baustelle Sozialleistungen bezogen. "Die weiteren Ermittlungen dauern an und werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen", sagte Walk auf Anfrage. Aus wie vielen Einzelfirmen die erwischten Bauarbeiter stammen, konnte der Zollsprecher gestern nicht beziffern - und zum Fortgang der Bauarbeiten nichts sagen. "Ich gehe davon aus, das weitergearbeitet wird."

Völlig überrascht von der Nachricht zeigte sich Hochschulsprecher Detlef Bremkens (Bochum) auf Anfrage. "Ich habe von dem Vorfall keine Kenntnis, bin entsetzt." Noch am Donnerstag habe er sich mit dem Hochschulstandortleiter Prof. Christian Weidauer getroffen. Man sei in der Hoffnung auseinandergegangen, dass der Bau ohne Störungen vorangehen werde, so dass, wie geplant, der Betrieb im Wintersemester kommenden Jahres aufgenommen werden könne. Die Hochschule sei künftig Mieter der Liegenschaft. Bauherr des 25-Millionen-Projekts an der Kettwiger Straße - auf dem ehemaligen Areal der Firma Kiekert - ist der Bau-und Liegenschaftsbetrieb des Landes (BLB) in Dortmund. Nach Angaben von BLB-Sprecher Jörg Fallmeier arbeitet der Betrieb eng mit den Zoll-Ermittlern zusammen. "Die Bauarbeiten gehen unvermindert weiter", sagte er. In den vergangenen Monaten seien täglich zwischen zehn und 15 Firmen an den Bauarbeiten beteiligt gewesen.

Quelle: RP
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