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Heiligenhaus
Sechs neue Plätze für junge Flüchtlinge

Heiligenhaus: Sechs neue Plätze für junge Flüchtlinge
Awo-Projektleiter Peter Horn in einem der drei Doppelzimmer, die für die Unterbringung minderjähriger Flüchtlinge eingerichtet sind. FOTO: A. Blazy
Heiligenhaus. Jugendamt und Awo haben das Betreuer-Team zusammen. Die Sozialpädagogen betreuen die Jugendlichen in Räumen des Clubs. Von Paul Köhnes

Das Logo "Awo-WG" klebt innen an der Glastür zum Club-Seiteneingang, im Treppenhaus steht ein orangefarbener Plüschsessel, im Flur im ersten Stock fällt zuerst der Computer nebst Flachbildschirm auf, dann das Personal-Tableau mit sechs Porträtfotos. Die drei Doppelzimmer mit je eigenem Bad wirken wie ein Jugendhotel - und trotzdem ist die Club-Etage etwas ganz anderes: Hier werden Jugendamt und Awo gemeinsam bis zu sechs minderjährige Flüchtlinge betreuen, so der Plan. Drei der künftigen Bewohner werden kurzfristig einziehen.

Damit haben Thomas Langmesser (Jugendamt) und Awo-Projektleiter Peter Horn etwas geschafft, woran sie zu Jahresbeginn irgendwie selbst nicht recht glauben konnten. Vor vier Wochen noch fehlte das Team, das die Jugendlichen - im Schnitt 15 und 17 Jahre alt - für Fristen zwischen drei Wochen und sechs Monaten, sieben Tage die Woche, rund um die Uhr betreuen soll. Gesucht waren "positiv verrückte Persönlichkeiten", wie es zuerst noch augenzwinkernd hieß. Gefunden sind inzwischen Doro Ahrens, Anna-Lena Mays, Thomas Pischke, Mohamed Ghafour und Oktay Koc. Sie alle sind sozialpädagogisch erfahren.

"Hier gut ankommen. Darum geht es zunächst", so sagte es Langmesser gestern bei der Vorstellung von Team und Räumen an der Hülsbecker Straße. Das Team hatte Gelegenheit, sich beim Einrichten und Ausstaffieren der Räume kennenzulernen. Inzwischen hängt auch eine Art Stundenplan für die künftigen Bewohner an der Wand. Alltagsarbeiten sind klar verteilt, es ist eben kein Hotel. Die ersten Aufgaben schildert Ahrens so: "Wir wollen die Jugendlichen ankommen lassen. Dann geht es um kleine Alltagsroutinen bis hin zum gemeinsamen Essen, das soll Halt geben." Dazu bietet der Club im Erdgeschoss Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, soweit sie altersmäßig ins Wochenprogramm passt. Wer von den Jugendlichen wann welche Schule besuchen kann, wird im Einzelfall mit dem Kreis-Integrationsamt geklärt.

Für die Zeit nach dem Aufenthalt im Club haben die Jugendlichen unterschiedliche Perspektiven: Dazu gehören Wohngruppen, die eigene Wohnung oder die Aufnahme in Pflegefamilien. Horn und Langmesser wissen schon jetzt: Die Räume können nur Provisorium sein, nur deswegen brauchen sie keine offizielle Betriebserlaubnis. An einem Projekt im größeren Umfang (nebst Immobilie) arbeitet man, Start möglichst im Spätsommer.

Quelle: RP
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