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Ratingen
Senior wird von Lastwagen überrollt

Senior wird von Lkw überrollt
Senior wird von Lkw überrollt FOTO: Janicki, Dietrich
Hösel. Beim Rangieren im Kreisverkehr Hösel geriet der Fußgänger unter den 40-Tonner. Er war auf der Stelle tot. Von Joachim Preuss

Bei einem schweren Verkehrsunfall ist im Zentrum von Hösel am Montagmorgen ein Senior ums Leben gekommen. Nach Angaben von Uli Löhe, Polizeipressesprecher, war der 83 Jahre alte Mann aus noch unbekannter Ursache unter einen 40-Tonner-Lastwagen geraten. Für den Fußgänger kam jede Hilfe spät. Der Lastwagenfahrer, ein 51-jähriger Berufskraftfahrer aus Bergisch-Gladbach, erlitt einen schweren Schock und konnte zunächst nicht zum Unfallhergang befragt werden. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Der Kreisel war stundenlang komplett gesperrt.

Die genaue Unfallursache stand zunächst noch nicht fest. Uli Löhe, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Mettmann, war ebenfalls zum Unfallort geeilt: "Wir sind um 9.02 Uhr zum Kreisverkehr Bahnhofstraße gerufen worden, weil es zu einem tödlichen Verkehrsunfall gekommen ist", erklärt der Polizeisprecher. "Nach unseren Erkenntnissen hat hier der Fahrer eines 40-Tonner rangiert, um Ladearbeiten durchführen zu können. Dabei wurde ein Senior überrollt, der wohl am Fahrbahnrand gestanden hat. Die genauen Abläufe sind uns allerdings noch nicht klar, da der Lkw-Fahrer schwer unter Schock steht und im Augenblick keine Aussagen machen kann."

Der Lastwagen stand entgegen der Fahrtrichtung im Kreisverkehr. Löhe: "Der Lkw sollte für Ladearbeiten rückwärts in die Einfahrt gefahren werden. Er hat erst parallel zur Straße auf einem Privatgrundstück gestanden, ist dann wieder in den Kreisverkehr eingezogen und wollte rückwärts in die Einfahrt fahren." Es handelt sich um die Ladeampe eines Discounters an der Heiligenhauser Straße.

Die Feuerwehr Ratingen war mit der Berufswehr aus Mitte sowie den freiwilligen Löschzügen Hösel und Eggerscheidt ausgerückt. Für den Senior kam jedoch jegliche Hilfe zu spät. Erik Heumann, Einsatzleiter: "Als wir hier eintrafen, war es eigentlich nur noch eine Betreuungslage. Einige Bürger hatten den Unfall miterleben müssen." Durch die Feuerwehr Ratingen wurde in dem nahe gelegenen Feuerwehr-Gerätehaus eine Betreuungsstelle eingerichtet. Es wurden zwei Passanten, der Lkw-Fahrer und die Ehefrau des Verunfallten durch Notfallseelsorger des Kreis Mettmann betreut. Die Ehefrau war auf der Suche nach ihrem Mann an die Einsatzstelle gekommen, so die Feuerwehr.

In Nordrhein-Westfalen führte die Polizei vor 16 Jahren dieses fotogrammetrische Verfahren "Monobild NRW" zur Vermessung von Unfallstellen flächendeckend ein. Die Beamten wurde speziell geschult, um bei der Unfallaufnahme die fotografischen und messtechnischen Voraussetzungen für eine anschließende photogrammetrische Vermessung und Darstellung der Unfallstelle durch externe Unfallsachverständige schaffen zu können.

Auch konkrete Zeugen des Geschehens fehlten noch: "Wir sind gerade dabei die Spuren zu sichern und den Fahrtenschreiber auszulesen." Die Ermittlungen habe das Verkehrsunfallkommissariat übernommen. Zusätzlich sei ein Unfallsachverständiger angefordert worden, sagte Löhe weiter. Unter anderem würden sogenannte Mono-Bilder-Aufnahmen von der Polizei angefertigt. Dabei würden noch genau vorgegebenen Planquadraten Fotos angefertigt, die später digital bearbeitet werden und eine zentimetergenaue Darstellung der Unfallsituation ermöglichten.

Das Monobildverfahren wird als Ersatz für die maßstabsgerechte Unfallskizze bei Unfällen der Kategorien 1 und 2 (mit Toten oder Schwerverletzten) oder nach Belieben auch in anderen Fällen angewendet, wenn es aus technischer Sicht geeignet ist. Der Kreisverkehr war bis in die Mittagszeit komplett gesperrt. Mit Flatterbändern "Polizeiabsperrung" hatten die Beamten den Bereich des Kreisel dichtgemacht.

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