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Malaika Eleftheriadis
Sie dreht das Rad der Wohltätigkeit

Malaika Eleftheriadis: Sie dreht das Rad der Wohltätigkeit
Malaika Eleftheriadis in ihrem Hotel Breitbach vor dem Portrait des Gründers Fritz Breitbach. FOTO: Dietrich Janicki
Ratingen. Die Hotelchefin ist für ein Jahr lang Chefin des Ratinger Inner Wheel Clubs (IWC). Dort wird gebastelt, gekocht und gestrickt.

RATINGEN Ihren Vornamen Malaika wählten die Eltern aus einer Bantusprache, ihren griechischen Nachnamen Eleftheriadis erwarb sie via Eheschließung. Und ihre heftige Zuneigung zu Ratingen festigte sich über das berufliche Engagement hinaus in den letzten sieben Jahren. Inzwischen führen die Eheleute das Hotel Breitbach und das Kleine Stadthotel und ist sie für ein Jahr Chefin des Ratinger Inner Wheel Clubs (IWC).

Der Name "Inner Wheel" bedeutet in der Übersetzung "inneres Rad". Wer dreht denn hier das Rad?

Eleftheriadis Früher wären es die Witwen und Ehefrauen der Rotarier, jetzt ist die Mitgliedschaft in vielen Clubs erweitert worden, auch in Ratingen. Unser Club wurde 1986 gegründet und gehört zu den bundesweit 226 Gemeinschaften mit rund 8500 Mitglieds-Frauen in Deutschland. Inner Wheel ist mit 3896 Clubs weltweit in 103 Ländern vertreten und eine der weltweit größten, nicht-konfessionellen Frauen-Service-Organisation.

Sie treffen sich wenigstens einmal im Monat, nehmen sich ein Thema vor, plaudern. Was bringen Sie darüber hinaus an Charity auf die Beine?

Eleftheriadis Im vergangenen Jahr hat der Club mit Kristel Aufterbeck als Präsidentin fast 9000 Euro zusammengebracht, mit denen unterschiedliche Organisationen unterstützt werden konnten - von der Lebenshilfe bis zu den Martinsfreunden, von der Hospizbewegung bis zur Tafel. Und das wollen wir natürlich weiter betreiben. Dazu erfreuen wir unter anderem Altenheim-Bewohner mit Überraschungspräsenten zu ihren Geburtstagen.

Im Korrespondenz-Club - bei den Rotariern - werden größere Summen bewegt. Wo liegt der Unterschied zu den IWC-Frauen, was die Geldbeschaffung betrifft?

Eleftheriadis Traditionell vergeben die "Inner Wheelerinnen" Zuschüsse, die sie überwiegend durch den Verkauf von Handwerklichem erwirtschaftet haben. Wir sind mit allerhand Selbstgemachtem auf dem Weihnachtsmarkt von St. Peter und Paul und bei Basaren. Doch inzwischen tun wir neue Quellen auf: Wir kassieren auch bei Benefiz-Frühstücken und haben im letzten Jahr Karten für eine Filmmatinee verkauft. Die wird es auch in 2016 wieder geben.

Sie sind ausgebildete Hotelfachfrau und haben ein abgeschlossenes BWL-Studium, sind in unterschiedlichen Beschäftigungen jahrelang im Ausland - in Europa, Afrika und dem Mittleren Osten unterwegs gewesen und wuppen eine Familie mit zwei kleinen Töchtern. Da häkeln Sie doch nicht noch für den IWC?

Eleftheriadis Jede macht, wonach ihr der Sinn steht. Gerade habe ich ein Handbuch für Hotel-Mitarbeiter mit Hinweisen für deren tägliche Arbeit verfasst und sitze häufig an der Nähmaschine, um die Berufskleidung mit Labels zu versehen. Doch die Treffen bei Inner Wheel bringen mir nicht nur entspannte Gespräche, sondern auch neue Impulse. Ich fühle mich dort gut aufgehoben - habe das allerdings auch schon in meiner Kindheit in Trier erlebt; meine Familie war auch rotarisch geprägt. Meinen Mädchennamen habe ich hier eingebracht - nicht umsonst heißt unser Hotel am Stadionring "Breitbach". Übrigens war mein Opa in meiner Geburtsstadt einmal Oberbürgermeister. Mein Papa hat seine Geschichte aufgeschrieben. Das Buch darüber liegt hier im Hotel aus.

Aktuell erleben wir im Zusammenhang mit Flüchtlingen große Hilfsbereitschaft ringsum. Wie ordnen sie dann ihre Club-Aktionen ein?

Eleftheriadis Mittelbar helfen wir dort natürlich auch, und jede einzelne Mitgliedsfrau kann sich einbringen, wo es ihr am wichtigsten erscheint. Doch die Vereinigungen, die wir seit Jahren unterstützen, warten natürlich auch schon darauf. Das wollen wir keinesfalls vernachlässigen.

Wie schaffen Sie es denn, dass der Club neue Mitglieder bekommt und junge Frauen erreicht?

Eleftheriadis Das ist, wie auch andernorts, nicht einfach, aber machbar. Erst einmal brauchen die Frauen nicht familiär mit Rotary verbunden zu sein. Und außerdem wissen wir, dass sie meist beruflich stark engagiert sind und das Clubleben in diese Verpflichtungen einbauen müssen. Das bietet ihnen allerdings auch manches Highlight - und: Die jungen Frauen können ihre neuen Ideen in eine Gemeinschaft einbringen, die ihnen sozusagen von Haus aus rundum wohlgesonnen ist.

GABRIELE HANNEN STELLTE DIE FRAGEN

Quelle: RP
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